Ich möchte fühlen wer du bist

Ich möchte dich lieben. Nein anders! Ich möchte dich fühlen. Denn lieben tue ich dich schon. Schon sehr lange. Schon bevor du meinen Brief lasest und mir fremde Worte ein negatives Zeugnis ausstellten.

Es waren meine Worte, die dich erreichen sollten. Worte aus Neugier und Verlangen. Worte aus Nächten, die mich nicht schlafen ließen. Worte der reinen Liebe. Vielleicht etwas kitschig und altmodisch. Vermutlich, so sagte es die fremde Zunge, reiner Liebesmist.

Ich möchte dich hören. Ich möchte dich fühlen, weil ich wissen muss, warum du das in mir auslöst. Da waren nie Worte. Nur Blicke. Ein Brief. Blicke und Gedanken. Blicke und innerliche Versuche. Blicke und ein Gehen.

Warum gehst du ohne ein Wort?

Ich kann es nur fühlen. Mein Herz. Sehe dich Tag um Tag vor mir. Ein selbstgemaltes Gemälde. Dich nur alle paar Wochen. Das ist viel für mich. Mein Herz pumpt, pocht und schlendert dir hinterher. Jedoch mit höflichem Abstand, weil da der Gedanke, dass du es nicht möchtest, wenn ich dir nah. Du mich verachtest, nach diesen Worten, die ich schrieb, ohne einen gewissen Abstand. Zu forsch. Viel zu aufdringlich.

Doch wie beschreibt man die Liebe?

Hätte ich von mir erzählen sollen?

Ein ganzes Buch über Fehler und Ängste!

Ich schaue dich an. Sehe etwas Wunderbares. Einen wunderbaren Inhalt. Ich fühle, dass du richtig bist. Die Welt eventuell so siehst, wie ich sie sehe. Mit Abstand. Aus der Ferne. Vom Rande des großen Ganzen.

Ich möchte dich fühlen. Deine Worte auf meiner Seele spüren. Mein Herz tanzen oder weinen lassen. Mehr nicht, wenn unser beider Weg entlang des Flusses. Dieser Fluss, der mitten durch die Stadt und so manch Sorgen in Unbekanntes trägt, ohne eine Silbe davon zu verraten. Er schweigt, wie wir, wenn wir uns sehen, wenn ich deinen Blick suche, aber du weiter hinter einer Mauer.

Ist es eine, deine Grenze, die ich nicht überschreiten darf?

Ich liebe. Sehne mich nach fünf Minuten ohne deine Beschützerin. Werde aber den Abstand, diese Distanz zwischen uns, beibehalten, weil da zu viel Angst, vor einem Riss in meinem Herzen, wenn du dich einfach umdrehst und mich stehen lässt.

Fünf Minuten deinen Worten lauschen dürfen und ich erzähle dir mein ganzes Leben. Dann darfst du urteilen. Darfst mich hassen. Darfst gehen. Mich stehen lassen. Oder schenkst mir nochmal fünf Minuten, damit ich fühle, was ich so liebe.

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Du bist zu stark

Ein innerliches Zusammenbrechen erkennt man nicht. Schon gar nicht bei einer Person, die nach außen so stark, gefühlt komplett bei sich und mit der Welt im reinen. Aber Menschen leiden. Nicht jeder sucht die Flucht in ein Jammern. Denn ein mitleidendes Gegenüber wäre ihnen keine Hilfe. Diese Menschen wollen vorankommen. Sich nicht von der kaputtgetretenen Seele aufhalten lassen. Der Kopf ständig auf hundert Prozent. Das Leben darf nicht still stehen. Die einzige Ruhe ist der Schlaf. Die wenigen Stunden des Tages, in denen sie gegen ihre Gedanken nicht ankämpfen müssen. Ja auch nicht können. Ein Zulassen. Da lassen sie sich auf das weite Meer treiben.

Ob da immer der Wunsch auf ein Zurückkehren?

Zurück in die Probleme. Probleme, die von anderen gemacht. Gar nicht aus dem eigenen Handeln. Spielchen Fremder. Ein belastender Zustand. Wir spüren uns schwächer werden. Die Kraft für unsere Freizeit schwindet. Zu groß ist der Zwang im Alltag zu funktionieren. Funktionieren zu müssen. Du musst stark sein. Das musst du ihnen präsentieren. Sonst sehen sie, dass du verwundet, ein hilfloses Reh, das leichte Beute.

Es gibt keinen anderen Weg. Du musst so bleiben wie du bist, wie du immer warst. Kein Zögern in deinem Blick. Dein Kreuz breit, als könnten sich drei dahinter verstecken. Deine Stimme fordernd, sonst würden sie nachlassen, dich zu bewundern, weil für dich jeder Sturm nur ein Lüftchen.

Zum Glück gibt es Kleider. Kleider, die deinen Körper, der voller Narben und frischen Wunden, vor ihren Blicken verstecken und dich vor ihren Rückschlüssen beschützen.

Du warst schwach. Zu oft. Doch kein Schrei. Keine Wunde tief genug. Daran hast du dich gewöhnt. Schmerz als letzter Beweis, dass du lebst, dass du noch fühlst.

Manchmal frage ich mich, warum der Kopf immer weiter will. Warum er immer funktionieren möchte. Warum er das kann. Warum er das will.

Warum keine Pausen?

Warum kein Sammeln?

Waren da nicht genug Enttäuschungen?

Bräuchte ich nicht mal ein Verstehen?

Oder wäre für mich die einzige Enttäuschung, wenn ich nicht mehr funktionieren würde?

Bin ich deshalb so? Ständig am Ackern! Ständig dieses Vorwärts! Ständig das Herz pumpen lassen! Was ist schon morgen? Doch auch nur ein neuer Tag!

Sind Enttäuschungen, die von anderen ausgelöst, nur Kerzen, die keinen Docht mehr und gar nicht im Stande mich wirklich so tief zu verwunden, dass ich das Handtuch werfen würde?

Kann nur noch ich mich selber enttäuschen?

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Nur noch Hoffnung

 

Früher, ja früher

Da war es der fitte Körper

Der meinen verletzten Kopf

Durch den Alltag zog

 

Dann war da das Jetzt

So die letzten Jahre

Da war es mein Kopf

Der den schwächelnden Körper

Voran trieb

 

Heute, im heute

Ist da zu viel Krankes

Das mich nicht mehr

Machen lassen will

Das mich nicht mehr

Kämpfen lassen möchte

 

Nur noch Musik

Den ganzen Tag

Um nicht mehr hören zu müssen

Diese Gedanken

Zu viele Gedanken

Zu viel Schmerz in den Gliedern

 

Die Psyche

Bis tief in die Hoffnung verletzt

Dieses letzte Stück Leben

Die Hoffnung

Nur noch Hoffnung

Ein letzter Versuch

Um den goldenen Schuss zu umgehen

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Wie lange kann ein Gefühl überleben

Ich weiß wirklich nicht, wie lange mein Herz es überlebt, ohne dein Lächeln. Wie lange kann ein Herz warten? Da ist in mir die Vorfreude auf ein Wiedersehen, das jedoch schwer zu terminieren. Nie weiß ich, was der Tag bringt. Beschenkt er mich mit deiner plötzlichen Anwesenheit oder lässt er mich leiden, ohne dein Wesen, welches mein ganzes Herz füllt, wenn die Tür sich öffnet und du einfach erscheinst, als wäre es das Einfachste so bezaubernd zu sein.

Die Tage sind mal kurz, mal lang, aber immer bin ich in Gedanken. Gibt es da eine Chance, die uns beide meint, vereint, uns aufeinander zugehen lässt und diesem Gefühl die Möglichkeit schenkt zu leben, zu erleben, unsere lange Gefühlslethargie wieder zu beleben und diesem Herzbeben das zu geben, was Liebe doch ausmacht. Nähe! Zusammen in Gedanken wandern. Erzähl ruhig, was du dir wünschst! Nichts wäre schöner, dir zuzuhören, wenn du in deiner Sprache, mit deinen Worten, mir dein Fühlen beichtest. Ein Fest für mein sehnsüchtiges Herz.

Jeden Abend verliere ich. Verliere ein Stück der Hoffnung. Wie lang kann ein Herz warten? Aber kaum denke ich an diesen Verlust, pumpt mein Herz ein neues Verlangen durch meine Adern. Ich kann nicht ohne diese Gedanken, weil sie mich leben lassen, mich fröhlich machen und so verdammt verliebt in mir hin und her an die Herzwände krachen.

Wie lange kann ein Gefühl überleben? Lange, das weiß ich. Bin nun kein Sechszehn mehr und nicht zum ersten Mal verliebt. Jahre können vergehen, mit nur einem Bild im Herzen. Jahre! Jahre, die ich wieder in Kauf nehmen würde. Wäre da nicht diese Sehnsucht. Die Sehnsucht nach ein bisschen mehr. Mehr Sehen. Mehr Blicke. Mehr Worte. Mehr Nahrung für die Hoffnung. Trennen uns doch noch Welten. Ist da doch nur ein Fühlen. Obwohl das Wort „nur“ ein falscher Zustand. Da ist so viel. So viel was ich dir sagen würde, wenn unsere Blicke nicht zwei Meter Abstand besäßen.

Die Worte liegen mir auf der Zunge. Doch darf ich sie nicht aussprechen. Entlockst du mir das Versprechen für eine Ewigkeit!

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Lyrik

Sind die Tage heller

wenn du lächelst

Und sind sie dunkler

wenn du weinst

Oder drehen sich die Tage

nur im Kreis

und alles

ist reiner Zufall

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Sag doch mal

Was wäre, wenn du ehrlich wärst. Wenn du mir mehr erzählst. Mehr von dem was in dir schmerzt. Nicht nur von der vielbefahrenen Hauptstraße berichtest. Mich lieber an die Hand nimmst und mit mir durch die vielen Seitenstraßen gehst. Nicht schweigst, wie so oft, sondern deine Seele sprechen lässt. Sie ist es doch, die reden möchte, oder?

Ich kann in deinen blumigen Worten nur spüren, dass da noch ganz andere Dinge in der Warteschlange stehen. Natürlich höre ich auch dem Normalen zu. Lausche deinen Richtlinien, deinen Versprechen, an dich selbst. Doch möchte ich wissen, woher diese kommen. Warum du dir dies und das entsagst. Warum du zitterst, wenn ich dich zum Schluss unseres Treffens umarme. Da ist doch eine Angst! Ein ganz tiefer Schmerz, der diese Angst immer und immer wieder hervor bringt!

Dann höre mir zu!

Auch ich habe Ängste, die aus einem Schmerz entstehen. Sehr oft sogar. Aber lass mich dir davon berichten. Denn das tat ich schon öfters und kann dir mit einem Lächeln beweisen, dass dieser Schmerz so therapierbar wurde. Er bleibt. Aber halt tief in mir. Ohne das er ständig nach Außen dringen möchte.

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Als Kind

 

Als Kind dachte ich immer, dass Erwachsene so Heilige sind. Dass sie alles richtig machen. Jeden Morgen standen sie auf. Meine Mutter machte für meinen Bruder und mich das Frühstück. Die Klamotten für die Schule lagen auch jeden Morgen über den Stuhl. Sie gingen arbeiten. Einer von ihnen war immer da, um für uns das Mittagessen auf den Tisch zu stellen, wenn wir aus der Schule kamen. Die Hausaufgaben machte ich schnell selber. Jedenfalls ab den Zeitpunkt, an dem ich für mich begriff, dass Schule wichtig war. Selten redeten sie mir rein. Ich hatte begriffen und nahm die Schule auf meine Schultern. Das machte mir Spaß. Trotz den Hindernissen, die ich jeden Tag über mich ergehen lassen musste. Aber irgendwie war mir das egal. Ich sah es irgendwann als normal an.

Ich bekam nie wirklich mit, dass ein Teil meiner Eltern wirklich krank war. Da war nie jemand, der für Wochen zu Hause saß und Schnupfen hatte. Das habe auch ich selten. Mich trifft es einmal im Jahr für ein paar Tage. Aber nie so schlimm, dass ich dafür alles sausen lassen müsste. Mein Körper kämpft. Möchte mich nicht krank sehen oder aufgeben lassen.

In meiner Erinnerung sind auch die Abende, in denen Freunde meiner Eltern zu Besuch waren. Meist waren es Geburtstage. Oft fuhr ich aber auch mit meinem Vater zu seinem besten Freund, seinen Schulfreund, ins Nachbardorf und wir verweilten dort ein paar Stunden. Der Sohn seines Kumpels war ein Jahr älter und hatte schon einen Computer. Da zockten wir gern mal zwei Stunden den Eishockey Manager.

In meinen Eltern sah ich immer dieses Ganze. Alles verlief ohne große Aufregung. Nur wenn wir in den Urlaub fuhren nervte mich die Art meiner Mutter. Da war sie mal ausnahmsweise in anderen Pulsregionen unterwegs. Aber auch dies faszinierte mich. Alles passte. Der Urlaub auch wirklich ein Urlaub. Obwohl mir die zehn Stunden Fahrt nach Österreich schon sehr lang vorkamen. Besonders mit einem Lada, der höchstens 140 fahren konnte. Aber ich war alt genug um vorne zu sitzen. Hinten schlief mein Bruder. Meine Mutter schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Die Flower Power Kassette dudelte die ganze Fahrt lang.

Nie dachte ich daran, dass einer von ihnen mal einen Fehler machen würde. Das waren ja Heilige. Menschen, die andere Menschen großzogen und nebenbei noch ihr Leben bewältigen mussten.

Erst Jahre später, als mein Vater viel mazedonischen Rotwein trank und laut Santana hörte, um irgendwann überhaupt mal in den Schlaf zu finden, bemerkte ich die ersten Risse in seinem Heiligenschein. Er war nie launisch. Immer ganz ruhig. Aber nicht mehr der Vater, den ich aus meiner Kindheit kannte. Im Grunde brauchte ich ihn nicht. Oder wenn, dann nur an den Wochenenden, wenn mein Fußballspiel auswärts stattfand. Ich fuhr halt lieber mit meinem Vater mit, als mit einem Fremden und drei anderen Jungs. Diese Tage, Stunden, diese neunzig Minuten, in denen mich mein Vater beim Sprinten und Grätschen zusah, machten mich stolz. Es waren nie viele Väter dabei. Aber mein Vater an jedem Wochenende. Ich glaube, das mochte er auch. Bestimmt aber auch die paar Flaschen Diamant Bier, die sich die Männer immer reinzogen und uns ab der siebzigsten Minute lautstark unterstützten.

Lange waren sie Heilige. Bis ich so manche Fehler an ihnen bemerkte. Heute bin ich in einem Alter, in dem ein eigener Sohn seine ersten Erfahrungen auf dem Großfeld sammeln würde. Und ich weiß von mir, dass auch ich viele Fehler hinter mir habe und mit großer Sicherheit noch weitere begehen werde. Aber als Kind war der Blick ein anderer und meine Eltern fehlerlos.

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Du

 

Schaust du?

 

Versinkst du?

 

Lächelst du?

 

Ich sehe. Ich spüre. Ich fühle.

 

Dein Gesicht. Deine Augen. Dein Lächeln. Keines wie das der Anderen. Nur einmal gibt es dich. Und nur für mich.

 

Du bist der Auslöser meines Fühlens. Ich spüre mehr den jäh. Jeder Moment eine Verbindung von Kopf und Herz. Kein zagen. Ein sachtes wagen. Ein wollen! Ein dürfen?

 

Schaue ich, versinke ich und lasse fallen, den Rucksack meiner Vergangenheit.

 

Weil du es zulässt.

 

Weil du es mir erlaubst.

 

Wir werden fliegen. Schon in der Früh. Zu einem Ziel, das niemand anders sich erdacht. Über den Wolken. Hinten den Mauern. Unsere Oase der Liebe.

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Für die Liebe

 

Ich sagte mal zu dir, ich würde mein Leben, so wie es jetzt ist, nicht für die Liebe aufgeben.

Nun frage ich mich!

Welches Leben?

Für die Nadel, die jeden Abend, pünktlich um acht, in meine Vene von mir gedrückt!

Für den Schmerz am Morgen, wenn es eigentlich schon Mittag, doch der Rausch mich bis in den Morgen wach hielt und erst dann abnahm, mich schlafen ließ. Mich mein ganzes Leben einholt. Das zwischen „ging so“ und „ging gar nicht mehr“.

Für die Liebe würde ich jetzt alles geben. Nicht für jede. Nur für die deine. Aber das war. War für dich mal ein Gedanke. Nun bist du gebettet. Liegst in Hüllen unter mir. Da wo jetzt Blumen wachsen. Ein Kreuz. Ein Kreuz als Standort meiner Vergangenheit.

Nichts ist mehr so wie es war. War es denn jäh so, wie wir es uns wünschten?

Ich ging. Wollte dich irgendwann wieder begrüßen. In die Arme nehmen. Dich küssen. Dich lieben. Mit dir. Zusammen ins Paradies. Ohne zurück zu schauen. Nur noch nach Vorne. Mit leerem Kopf, für neue Gedanken. Gedanken, die uns füttern sollten. Uns sättigen. Stark machen würden, um unseren Zielen eine Richtung zu geben. Nur das. Mehr wollte ich nicht. Nicht für mich. Für uns. Ein Leben, in dem die Flüsse aus Traubensaft. Die Äste behangen. Mit dem was wir uns wünschten. Wünsche. Wünsche, so stark, das wir sie greifen könnten.

Und dann war da das „ging so“, was mich gehen ließ.

Dann das „ging gar nicht mehr“ was mich zurückkommen ließ.

Niemand kannte deine Namen. Keine Straße. Keine Hausnummer. Nicht mal ein „ja die kannte ich mal“.

Ich verschloss die Tür, setzte mich unter die Dusche und zog die Spritze auf. Unter dem prasselnden Regen aus der Brause verschwand ich in mein Ich. Mein Ich, das immer wichtiger war als du. So ist es in meinen Erinnerungen verankert. So viel weiß ich noch. Wenn schon sonst nichts von meinem Ich hängen geblieben ist.

Nur dieses „Ich hätte ihn gehasst, wenn ich ihn gekannt hätte“. Diesen Typen, der dir Dreck verkaufte.

Wieder vergingen Stunden um Stunden, mit dem Gefühl für Minuten, die sich in Stunden anhäuften. Ein Rausch, wie so viele, wie damals, vor Jahren, als wir uns den Kick teilten. Dieses an der Wand klebend und nach einem Loch suchend, aus dem das klare Wasser uns heilen sollte.

Mehr war es doch nicht!

Oder?

Hattest du mehr? Hattest du mehr Gefühle als ich? Konntest du noch fühlen?

Ich fühlte weder Liebe noch Hass. Nur diesen Drang zu laufen. Weg wollte ich.

Wohin?

Kein Plan!

Nur weg. Weg, raus aus dem Radius, der uns Beklauenden. Sie nahmen uns alles. Sei es auch nur das letzte Brot gewesen. Gaben uns den Tod, der unsere Venen zum Feiern brachte. Jedoch keine Party, die unbedingt wiederholt werden müsste. Und wir taten es trotzdem.

Ich irgendwann am Rande des Kontinents. Du unter der Brücke. Ich lag auf weichen Kissen. Du auf Betten aus Holzpaletten.

Kein Tag verging ohne eine Bitte.

Bitte lass mich wiederkehren und ihr sagen, dass ich mein Leben, für ihre Liebe, aufgeben würde.

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Schmetterlinge zwischen grauen Wänden

 

Du

Die ich liebe

Weil Schmetterlinge durch unserem Garten

Der zwischen den gesellschaftlichen Mauern

Fliegen

Und uns versuchen zu erdrücken

Wir sind nicht besser

Aber anders

Wir sind nicht besser

Aber feinfühliger

Anders

Anders als Andere

Weniger wie Viele

Eine Gruppe

Ein Duo

Mehr als das Alleinsein

Mehr in Zweisamkeit

Zwischen den gesellschaftlichen Mauern

In unserem Garten

Da

Wo ich dich liebe

Weil die Schmetterlinge noch existieren

Können

Wollen

Weil wir es annehmen

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Dein und mein Lächeln

 

Ihr Lächeln. Ihr zielsicherer Gang in meine Richtung.

 

„Hallo.“

 

Mein Lächeln. Ihren eindringenden Blick fokussierend.

 

„Entschuldige, aber das macht mich jetzt etwas nervös.“

 

Ihr Lächeln. Ihr kurz abtauchender Blick.

 

„Aber ich hab doch nur „Hallo“ gesagt!“

 

Mein Lächeln. Meine aufsteigenden Nackenhaare.

 

„Ja, aber wie du es sagst!“

 

Ihr Lächeln. Ihre unschuldig zwinkernden Augen.

 

„Hallo.“

 

Mein Lächeln. Mein rasendes Herz.

 

„Mach ruhig so weiter und ich werde dich lieben müssen!“

 

Ihr Lächeln. Ihre Hand nach meiner greifend.

 

„Hallo!

 

Verblühte Herzen suchten, suchten nach dem Saft ihres ehemaligen Aufblühens, fanden einen Blick, fanden ein Lächeln, fanden ein Herz und erblühten neu, im Schutz des Anderen.

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Die Nebelwand

 

Seit Tagen ziehe ich mich an den Häusernummern entlang, suche im Blick etwas greifbares, etwas das mich nicht irrend denken lässt.

Wo ist die Klarheit geblieben?

Tapse ich von Stein auf Stein. Fühle nicht den geringsten Unterschied in ihren Höhen und Beschaffenheit. Steine. Mehr nicht! Sonst, der mich festigende Weg, auf einmal ein Mysterium. Kann nur weit ausholen, um diesem Gefühl einen Namen geben zu können.

Angst!

Kontrollverlust!

Ich muss hier weg. Weg von diesem Weg, diese Straße verlassen und mich ängstlich sinkend in der Gasse verstecken. Das kennen wir ja schon, sagt die Erinnerung und lässt mich schwindlig wankend in die falsche Richtung abbiegen.

Habe ich zu lange gesucht. Mein Herz zu lange suchen lassen. Immer unterwegs.

Arbeit.

Arbeit!

Ein, nach geistiger Perfektion gierender, Workaholic?

Immer weiter war der Plan der letzten Jahre. Ein ständiges Wegschupsen seelischer Kriege. Kleine Schlachten wurden weggegrinst. Die Sprache Fremder so verschlüsselt, dass der Gedanke daran erst spät in der Nacht. Nächte ohne Schlaf, Liegen, geschlossene Augen, doch keine nächtliche Magie.

Was suchte ich all die Jahre?

Da war das Normale, dem ich nachstrebte. Da war das Unnormale, dem ich freudig zuschaute und versuchte die Hand zu geben. Nur mal kurz. Für einen Moment!

Doch wo war das Glück, das glücklich sein?

Mein Kopf macht zu, schon am Morgen und lässt mich in Trance nach den Häusernummern greifen. Greifbar für suchende Finger, die mich durch die Straßen ziehen, ohne zu wollen, dass mein Blick suchend, greifend, sich aus diesem Nebel befreit.

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Kreative Unlust

 

So vor einem Jahr hatte ich mir mehr gewünscht. Menschen, mit denen ich kreativ sein kann, sein darf. Denn in meinem näheren Umfeld wachsen nur wenige belletristische Blumen. Auch wurde mir etwas versprochen. Mir jeden Tag als Lachs Creme Suppe vorgesetzt.

Seit Oktober letzten Jahres überwiegt aber diese kreative Unlust. Natürlich, ich mache mein Zettel Ding für Insta und präsentiere euch diese auch auf Facebook. Aber das sind nur gedankliche Schnipsel. Aber dies hat mir geholfen, mein kreatives Ich, über die letzten Monate aufrecht zu halten. Das sind immer so Ideen, die mich wachhalten und das Kreative in mir nicht einschlafen lassen.

Mir fehlen diese dicken Brocken. Diese unbedingte Lust zu texten. Das war seit der Schulter Operation nur selten möglich. Eigentlich unmöglich. Und schränkte mein Tun irgendwie ein.

Es ist ja nicht so, dass mein Kopf nicht produziert. Das tut er wie vorher. Vielleicht noch extremer. In einem oft unausstehlichem Tempo. Dann tippe ich 200 oder 300 Worte. Und dann verliere ich die Lust. Habe keinen Bock weiter nachzudenken. Fühle mich, als würde ich für eine ungeliebte Prüfung lernen müssen. Ziehe die Finger von der Tastatur und lasse alles unbeendet stehen.

Ich habe die Gier für eine Idee verloren. Möchte, aber kann nicht. Vermutlich, weil der Kopf schon unbewusst zu viel macht. Mich von einer in die nächste Geschichte schuppst. Das geht mir zu schnell.

Da waren drei Wochen Tramadol, die mich regelrecht flach legten. Eine Woche des Entzuges. Eine schlimme Zeit. Zeit, die mich frustete. Die mich nicht mal schnell was aufschreiben ließ. Ging ja mit dem Arm nicht.

Word aufs Handy geladen. Ideen mit der linken Hand getippt. Bis heute unbeachtet gelassen. Keine Lust. Keine Gier. Bin ich noch wirklich kreativ?

Denn zufrieden war ich immer nur dann, wenn eine Idee zu einer Geschichte wurde. Und diese ich auch beendete.

Eigentlich müsste ja die Freude überwiegen, wenn man wieder etwas machen kann, was man lange nicht konnte bzw. durfte. Uneingeschränkt Tippen!

Braucht es etwa wieder Training?

Ist das wie bei einem Sportler, der einen Kreuzbandriss hatte und nochmal von Null anfangen muss?

„Null“ wäre jetzt aber auch übertrieben. Es ist ja im Kopf. Alles ist das. Was fehlt ist die Ausdauer. Die Ausdauer für 500 Worte. Die Ausdauer für 60 Minuten Denken.

Im Grunde sind das dann jetzt zwei Rehas, die ich bewältigen muss. Die Schulter, zwei Mal die Woche auf der Streckbank. Der Kopf, jeden Tag ein paar Sätze. So lange, bis die Kondi wieder auf dem alten Stand ist.

Das ist ein Prozess. Ein wieder Erlernen langsamer zu denken. Eine Idee aufzunehmen und anzunehmen.

Sollte man im Alter nicht ruhiger werden?

Da strebt sich mein Kopf wohl voll und ganz dagegen. Aber eigentlich nicht schlimm. Die Kreativität soll ja nie vergehen. Bis zum letzten Atemzug soll dieser Kopf in Welten tauchen können. Das erhellt meinen Alltag. Den Alltag, der gerade, bewusst, aus normaler Arbeit besteht. Auch das und diese da bestehende Freude, war ein langer Prozess. Also weiß ich ja, wie es geht.

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Deine Seiten

 

Du musst es lesen

Natürlich

Es sind die nächsten Seiten deines Lebens

Würdest gern verzichten

Es zu fühlen

Hast Angst es zu spüren

Aber weist

Das du lesen musst

Und auch fühlen

Und auch leider spüren

Und da ist sie

Die Angst

Der Schmerz

Das Leid

Und niemand zieht dich da raus

Niemand könnte helfen

Weil es deine Seiten

Tief in deiner Brust

Wohin niemand darf

Weil dein Schmerz

Dein Leid

Deine Seiten

Nur für dich geschrieben

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Wenn es meinen Freunden gut geht, geht es mir auch gut

 

Es dauerte Jahre, um in diesen menschenüblichen Entwicklungsprozess zu gelangen. Damals, mit Zwanzig, beschloss mein Geist sich gegen mein exzessives Leben zu wehren. Er war es, der in diesem innerlichen Sturm den Anker warf und nicht wollte, dass ich mich weiter in die Hölle wagte. Die Hölle war der stetig ansteigende Drogenkonsum. Das wird nicht weniger. Das begriff ich schon. Aber warum aufhören? Mir gefielen diese Stunden der Flucht vor dem Normalen. Irgendwann wurde das Normale zum Unnormalen. Und die Flucht in die bunten Farben das Normale.

In den letzten Jahren baute ich mein Leben auf die für mich richtigen Säulen auf. Dazu gehört Ehrlichkeit, Respekt, Mut, Meinung sagen, nicht voreingenommen zu sein und sich eigene Fehler einzugestehen.

Natürlich mache ich Fehler. Hey, glaube ich meinen damaligen Ärzten bin ich jetzt gerade mal achtzehn. Und ich weiß, was ich mit den ersten achtzehn Jahren anstellte. Wie ich drauf war. Fehler um Fehler. Täglich. Aber heute höre ich zu, wenn sich jemand mit der Peitsche vor mich stellt und mir meine Fehler aufzeigen möchte. Ich finde, das gehört zum Leben dazu. Ich möchte für mich und den Menschen, die mir wichtig sind, besser werden.

Das wollte ich auch früher. Aber damals waren da immer selbst gemachte Hürden, die mich daran hinderten, mich weglaufen ließen.

Den damaligen Fehlern kann ich mich nicht mehr gegenüber stellen. Das war. Das wird in den Erinnerungen immer bleiben. Aber ich kann versuchen, kann daran arbeiten, im Hier und Jetzt, im Morgen, im Übermorgen, ein besserer Mensch zu sein.

Wer wusste denn schon, was in meinem Kopf abgeht!

Wem erzählst du schon von deinen Ängsten?

Ich bin heute mehr als damals bereit auf Fehler aufmerksam gemacht zu werden. Auch, weil ich weiß, das ich halt nicht alles weiß. Ganz sicher kann ich auf manchen Tanzflächen des Alltags auftrumpfen. Aber mir ist auch bewusst, dass da immer Eine oder Einer da sein wird, die oder der es besser weiß oder besser kann. Das ist nicht schlimm. So ist es im Leben, im Alltag, im Sport, der Politik, der Wissenschaft, in jedem Bereich, in dem es Menschen gibt, die hart ans ich arbeiten und ihre Grenzen nicht einfach akzeptieren wollen und immer weiter nach Verbesserungen streben.

So bin auch ich. Auch, wenn ich in manchen Phasen gerne mal zur Faulheit neige. Es gibt auch in meinem Monat so Tage, da kann ich mich nicht aufraffen. Da suche ich auch keine Ausreden. Das ist dann einfach so. Bin ja nun kein Dauerkokser mehr, der immer mit Vollspeed durch den Tag sprintet.

Ich kenne so manche meiner Grenzen. Nicht alle. Auch ich muss mir manchmal eingestehen, gewisse Regeln überschritten zu haben. Bin gerne mal der, der in einem Gespräch vorlaut dazwischen grätscht. Aber auch nur, weil mir mitten in einem Gespräch eine Sternschnuppe durch den Kopf fliegt und genauer nachfragen möchte.

Natürlich suche ich auch in Anderen Fehler. Nicht um diese auszunutzen. Eher, um den Anderen irgendwie auf diese hinzuweisen und ihm die Möglichkeit zu geben, kurz darüber nachzudenken. Was dann der oder die Einzelne daraus macht, ist nicht immer mein Ziel, dem ich nachgehe. Auch mir wurden schon so viele Fehler aufgezeigt, von Menschen, die wenig daran interessiert waren, ob ich diese von meiner Liste, meiner Schwächen, schaffe zu streichen.

Ein Leben besteht aus Chancen. Chancen zu sehen, zu greifen und versuchen zu nutzen. So bekommt jeder von mir seine Chancen. Und auch wenn es Einige manchmal nicht verstehen, warum ich gewissen Personen noch eine Chance gegeben habe, muss ich denen sagen, dass ich vermutlich in dieser Person etwas sehe, das sie vermutlich selber „noch“ nicht sieht.

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Zwischen Zeitung holen und Frühstück

 

Man das war wieder eine Nacht. Hatte am Vorabend mal wieder zu tief ins Glas geschaut. Scheiß Freitag. Am Morgen war der Bus ausgefallen. Auf Arbeit zwei Kollegen. Doppelschicht bis zehn. Mein Date musste ich absagen.

Ich raffte mich auf, ging ins Bad, machte das übliche Geschäft, Zähne putzen und feuerte mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht. Schnell die Shorts an, das Shirt drüber und runter zum Briefkasten. Hoffentlich sieht mich keiner. Meine Haare in alle Richtungen abstehend, lahmte ich die Stufen vom dritten Stock ins Erdgeschoss.

Die Zeitung steckte im Briefkasten, zum Glück, denn das war nicht oft der Fall. Ich wusste, dass der Typ im Erdgeschoss die oft stibitzte. Heut kam ich ihm wohl zuvor. Es war kurz nach neun. Eine Zeit, die er wohl schon verpennt hatte.

Ich nahm das Wochenblatt und stappste wieder hoch. Im zweiten Stock wurde die Tür geöffnet. Frau Höllenritt. Ehrlich keine Ahnung wie sie heist. Sie wohnte erst kurz unter mir. Sahen uns ab und an. Ich von der Arbeit kommend und sie gerade ihre Fußhupe spazieren führend.

„Guten Morgen der Herr!“, kam es übertrieben munter aus ihr heraus.

Ich beim hochgehen die erste Seite der Zeitung studierend, nahm das erst gar nicht war. Ich blickte von den geschriebenen Worten in aufgestellte Brüste, die Frau Höllenritt, unter einem weißen Top, nicht gerade versuchte zu verstecken.

„Hallo.“, sagte ich mit großen Augen.

Ich fand sie schon die ganze Zeit toll. Auch wenn ich mich für niemanden im Eingang interessierte, mir kein Name einfallen würde, sollte mich jemand danach fragen, war sie es, die mich in wenigen Wochen, rein vom äußerlichen, interessierte. Den Namen Frau Höllenritt gab ich ihr, weil mir ihre Art schon so manch verrückte Kopfkinos bescherte. Anfang vierzig, schlank und langes blondes Haar. Für jeden Mann eine Offenbarung.

„Was genommen? Oder warum so große Augen!“

Das war nun kein Satz, den ich erwartet hatte. Aber cool bleiben, sagte ich mir.

„Naja, bei dem Anblick wird man schon wach!“

Sie lächelte und drückte beide Hände auf ihren Busen.

„Eigentlich bin ich in der Wohnung immer nackt! Wollt nur kurz zum Briefkasten.“

Das war doch mal eine schöne Info. Ein Kopfkino war da vorprogrammiert. Aber das reichte mir nicht. Ich wollt noch mehr Mann sein. Dieses Thema jetzt nicht mit einem „Schönen Tag noch“, die Treppe hinauf stapfend, beenden.

„Oh okay, wenn ich als heut Abend um acht bei ihnen klingele, öffnen sie mir nackt die Tür?“

Ich hatte etwas anderes erwartet, aber nicht, dass sie ein Teil des Oberteils löste, eine Brust präsentierte und mir zuzwinkerte.

„Wenn du heut Abend um acht bei mir klingelst, siehst du noch mehr!“

Wow, dachte ich mir. Was für ein Samstagmorgen. Was für eine Frau. Was für ein Angebot.

Sie schob das Top wieder über die freiliegende Brust, schloss ihre Tür, streichelte mir mit einer Hand durch mein Haar und ging die Treppe zum Briefkasten hinunter.

„Aber heut Abend mit gemachten Haaren, ja!“

Ich griff mir durch mein zerzaustes Haar.

„Das sollte machbar sein.“

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Anders zuhören

 

Ich weiß nicht, ob man sich dafür entschuldigen sollte. Aber ich mache es einfach. Weil das gewisse Menschen verdient haben.

Ich entschuldige mich dafür, das ich manchmal einfach nichts sagend und eine rauchen gehend, den Moment beende. Das hat nichts mit Desinteresse zu tun oder das mir einer von euch egal geworden ist. Natürlich höre ich zu. Das tue ich immer. Aber es ist ein anderes Zuhören geworden.

Ich bin müde. Die letzten zwanzig Jahre waren so anstrengend. Kosteten so viel Kraft. Ich bin kraftlos. Robbe irgendwie durch den Alltag. Suche die Ruhe in der Einsamkeit. Denke weiter über Vieles und Alles. Das hat nicht aufgehört. Das macht in mir ein anderes Wahrnehmen der vielen Sorgen der Anderen.

Ich habe so viel gesehen, erlebt, gefühlt und gespürt. Alles in mir ist ein riesiges Feuerwerk, das nur kurz in der Nacht ruhe findet und am nächsten Morgen wieder zündet. Ich mache weiter wie immer. Mache das was getan werden muss. Auch mit Freude. Weil es mich halt ablenkt. Komme ich in meine vier Wände, falle ich kraftlos in mein Bett. Nicht um zu schlafen, sondern um weiter nachzudenken. Aber langsamer. Meinem Körper die Zeit gebend, neue Energie aufzusaugen. Die brauche ich. Denn nie ist das Akku richtig voll. Leert sich an manchen Tagen schneller als mir lieb ist. Oft ist da nur noch dieser Wunsch durchzuhalten. Und irgendwie klappt das auch. Manchmal glaube ich, das mein Fahrrad die letzten Meter von allein fährt. Mich einfach nur nach Hause, in Sicherheit, bringen möchte. Weil es mich kennt. Weil es spürt, das ich schon längst vom Stress des Alltag ermüdet bin und einfach nicht mehr kann.

Vielleicht wirkt mein Sein manchmal etwas Teilnahmslos. Kurze Sätze. Keine großen Hilfestellungen. Dafür entschuldige ich mich.

Aber glaubt diesem Sein nicht. In mir schreiben sich ganze Bücher, wenn ich eure Sorgen höre. Auch wenn von mir nicht immer eine ausgesprochene Lösung huscht, sind da in mir einige Ansätze. Nur ich muss mich stoppen. Brauche auch Platz für meine Sorgen.

Ich habe vieles getan, um dieses jetzige Leben und dieses jetzige leben mein nennen zu können, zu dürfen und irgendwie auch zu genießen. Ich bin nicht mehr gefangen. Habe nur Verantwortung für mein eigenes Leben. Bin frei im Handeln. Entscheide aus meiner Lust heraus. Sehe, höre und lasse meine Gedanken kreisen.

Ich kann nicht jedem helfen. Auch nicht mehr jedem, der sich im engeren Umfeld befindet. Das kostet Kraft. Kraft, die ich nicht habe. Der Kopf macht sowieso was er will. Ich kann das  Denken nicht abschalten. Aber ich kann entscheiden, was ich ausspreche. Kann bestimmen, wie lang ein Moment zwischen dir und mir dauert. Ich entscheide, wie weit ich auf dich zugehe. Ob ich dir nur den kleinen Finger oder die ganze Hand reiche. Das ist kein Luxus, den ich mir gewünscht hatte. Das kam einfach. Weil ich verstand, das „Alles“ nicht mehr geht. Halt so ein bisschen „Die Rosinen herauspicken“!

Es gibt Tage, da kann ich einfach nicht reden. Nicht weil ich es nicht möchte. Aber da ist schon so viel Gequatsche in meinem Kopf, dieses ständige Antworten meinerseits. Das raubt mir oft die Lust, dann noch irgendwas in den Raum zu werfen.

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Mut

 

Ich höre so oft aus den Mündern Vieler, dass ihnen der Mut fehlt!

Wenn ich da aus meiner Sichtweise berichten darf. Mut steckt im ganzen Alltag!

Schon das morgendliche Aufstehen beweist Mut. Denn du beginnst einen neuen Tag. Gibst diesem die Möglichkeit dir gut zu tun. Obwohl du vielleicht gerade eine Trennung hinter dir hast und dich am liebsten für immer begraben möchtest. Du in einer tiefen Depression steckst und eigentlich nicht weist, wie du diesen Tag überstehen sollst. Du weist, dass dich die Arbeit wieder ankotzen wird. Du Personen sehen musst, auf die du schon seit Monaten keinen Bock hast.

Aber du gehst duschen, ballerst dir zwei Tassen Kaffee hinter, ein Marmeladen Brötchen oder eine Käse Stulle, ziehst dich an, machst dich schick und gehst vor die Tür. Und damit hast du nun schon so viel Mut bewiesen!

Du gehst zur Bushaltestelle, siehst die Menge an Menschen und bist schon bedient. Im Bus sitzen dann noch mehr. Mit denen musst du nun zwanzig Minuten durch die Stadt fahren. Du hoffst, der Platz neben dir bleibt frei. Son komiger Typ setzt sich dann doch neben dir. Noch mit Alkfahne von gestern Abend. Du beginnst die Haltestellen zu zählen. Ein Moment, der dir endlos vorkommt.

Mal wieder überwindest du dich in diesen kleinen Imbiss zu gehen. Jetzt gegen Mittag stehen da schon die Stammgäste. Die die deine Steuern versaufen und dich noch mit einem verachtenden Blick betrachten. Currywurst mit Pommes für 2,50€. Mehr geht nicht, weil dein Mut der Vergangenheit nur für Realschulabschluss und dem Job in einem Second Hand Geschäft gereicht hat. Aber auch das war und ist anstrengend. Dafür hast du gekämpft. Mit Prüfungsangst und Sozialphobie. Und du hast es geschafft. Hast den Abschluss, einen Job, eine Wohnung, immer etwas im Kühlschrank und am Wochenende gehst du gern mit Freunden ins Kino und danach einen Cocktail trinken. Bist stolz über deine neuen Treter für die du drei Monate gespart hattest.

Nun schau und sage mir, dass du keinen Mut hast!

Du ackerst deine Stunden an der Kasse ab. Berätst. Verkaufst den Kunden alles Mögliche. Dutzende Floskeln. Hundert mal ein Lächeln, obwohl tief in dir der Schmerz der letzten Jahre sitzt. Du weist wie der Hase läuft. Routine. Ein Können, das du dir die letzten Jahre hart erarbeitet hast. Irgendwann fing es an Spaß zu machen, weil du dir keine tausend Fragen mehr stelltest, wenn mal ein Kunde nicht so lieb war oder dein Chef schlechte Laune hatte. Die hast du manchmal auch. Nur du weist, wie du sie verstecken kannst. Selbstkontrolle. Dein Mut mal etwas zu schauspielern. Eine Rolle einzunehmen, damit du weiter fröhlich und nett rüber kommst. Ich weiß, in dir sieht es ganz anders aus. Aber das wissen nur Wenige. Und das muss auch nicht jeder wissen. Denn du willst nicht mehr berichten. Hast keine Lust mehr auf Deprigequatsche. Das hattest du Jahre. Das brachte dich nicht wirklich weiter.

Du hattest begonnen dein Leben wieder zu packen. Wolltest diese innere Unzufriedenheit bekämpfen. Nicht mehr wie ein Trauerklos wahrgenommen werden.

Denn wenn du äußerlich eine heile Welt präsentierst, zeigst du nicht nur Stärke, sondern auch Mut. Mut alles geschafft zu haben, um bis hierhin gekommen zu sein.

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Hätte ich?


 

Ich habe mich in meinem Leben immer so klein gefühlt. Und das, obwohl ich körperlich fast alle immer überragte. Mein Kopf, meine gestylten Haare, immer aus einer Gruppe herausstachen. Aber im Inneren war ich klein. Armselig. Sah, spürte alles gegen mich. Jeder Blick, jeder Kommentar stach wie ein Dolch in meine Brust.

Es gab Viele, die stützten sich an mir. Suchten nach Stärke. Suchten nach Verständnis. Hefteten an mir ihre Probleme. Und ich trug sie mit mir. Monate, Jahre, bis zum heutigen Tag.

Vermutlich bin ich innerlich gewachsen. Habe mir ein Bild von mir gezeichnet, mit dem ich zufrieden sein kann. Immerhin mehr als mit dem Früheren.

Gerne bin ich heute wieder dieser lustige Typ. Lasse es wieder zu, das Andere an mir Stärke suchen. Lasse sie ihre Probleme an mich tapezieren. Brauche ja nur die Augen zum sehen, die Nase zum atmen und den Mund zum sprechen. Gerne würde ich auf das Hören verzichten. Mein ganzes Leben hörte ich. Hörte die kleinsten und sensibelsten Töne. Konnte nicht weghören. Konnte nicht vergessen. Und das geht auch heute noch nicht.

Hätte ich früher zu meinen Fehlern stehen sollen?

War das Gespräch, das ich mit Anfang zwanzig, mit der Therapeutin im Bundeswehr Krankenhaus führte, schon ein zu später Zeitpunkt!

Mir sagte nie jemand, dass ich stark sein muss. Warum auch. Niemand sah in mir eine Schwäche. Niemand sah den kleinen Jungen, der in diesem großen Körper steckte.

Aber ich musste stark sein. Stark bleiben. Ich hätte auch einfach auf der Treppe in der Schule umkippen können. Einfach fallen und hoffen … und hoffen nicht wieder aufstehen zu müssen. So wurde das stark sein, das stark bleiben, meine Schwäche. Denn sie erdrückte mich. Ließ mich nicht wachsen. Ließ wenig Entwicklung zu. Hielt mich im Sein, im Fühlen, im Ich, im mich zu akzeptzieren, unter der Schwelle der Anderen.

Auch heute noch, vielleicht sogar stärker als früher, versinke ich in mein einsames Denken. Möchte reden. Oder vielleicht lieber nicht. Dann schreibe ich. Lasse der leeren Seite keine Chance sich zu wehren und bediene es mit meinem Leid.

Alles um mich herum, oder Vieles, ist so oberflächlich geworden. So ohne Gewicht. Ohne Wert. Da werden mir die Brocken so vor die Füße geworfen. Da will niemand eine Hilfestellung. Gespräche, wie es sie früher gab. Einfach den Ballast loswerden und weiter ziehen. Das ist mir zu wenig. Ich möchte hinterfragen. Möchte erfahren, wie dieser Ballast entstanden. Wer warf den ersten Stein! Sehe ich doch eure löchrigen Glashäuser. Ihr wollt mitteilen. Wollt zeigen, wie schön oder wie schlecht es in euch aussieht. Doch niemand ist auf der Suche nach dem Warum.

Ich suchte mein ganzes Leben nach dem Warum!

Warum bin ich nicht der, den so Viele in mir sehen?

Warum bin ich so oft verletzt?

Bin ich wirklich so sensibel?

Habe ich doch selten jemanden an mich herangelassen.

Diese Alltags Oberflächlichkeit ödet mich an. Lächeln, den Frust herunter schlucken und aufrecht ins nächste Abenteuer.

Ist das dieser Lebensstandard, der mich jetzt bis zum Ende des Lebens begleitet?

Oder muss ich mein Denken an das der Anderen angleichen?

Geht das?

Vielleicht, das wäre jetzt nur so eine Idee, sollte ich den Weg, den ich bis jetzt gegangen, einfach so weitergehen. Denn eigentlich, bin ich glücklich.

Warum dann nach anderen Wegen suchen!

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Kleine Fehler versüßen das Leben

 

Vor zwei Wochen war sie zwanzig Jahre älter. Letzte Woche zehn. Gestern nur ein paar Monate.

Was ich suchte, wusste ich vermutlich selber nicht. Ein Versuch „Mann“ zu sein! Zärtlichkeit? Spaß? Ekstase?

Es war die Atmosphäre, in der sie mich empfang. Eine herrlich duftende Wohnung. Einladend. Nicht aufdringlich. Einfach schön zum Verweilen. Ein bisschen Schnacken über dies und das. Ein Glas gekühlter Rose Wein. Selbstgemachte Snacks. Lecker. Hunger stillend. Kräftigend. Lust steigernd.

Ein kurzes, von mir erwünschtes, Frischmachen, nutzte sie aus. Mein Kopf von kaltem Wasser, mit beiden Händen übergossen, ließ sie sich mir geräuschlos nähern und mich ihre Hände an meinem Becken spüren.

So richtig klar war der Grund für meinen Besuch nicht. Hatte ich doch einfach mal vor Wochen angekündigt, an einem Sonntag, auf einen Kaffee, vorbei zu kommen.

Am Morgen war mir noch nicht nach Plaudern. Eine kalte Dusche und zehn Zigaretten später dudelte in meinem Kopf diese „Langeweile“ Melodie. Zehn Minuten später stand ich mit einer Packung Kekse vor ihrer Tür.

So richtig viele Kekse landeten nun nicht in meinem Magen. Wir aber, nach einem wilden Geknutsche und Gefummel im Bad, in ihrem Wasserbett. Mal was ganz anderes, als wie sonst, auf einer extra harten Matratze, die es geschafft hatte, meine Rückenschmerzen auf ein Minimum zu reduzieren.

Ich ließ mich fallen. Schloss die Augen. Fühlte das Wasserbett unter mir. Spürte sie über mir. Das Geknutsche hatten wir ja schon hinter uns. So dauerte es nicht lange und sie nahm sich an mir das, was sie wollte. Brauchte. Vermutlich seit langem vermisst hatte.

Danach waren wir Beide glücklich. Sie noch vor Erregung zitternd neben mir. Ich tiefenentspannt, den Wellen des Wasserbettes folgend.

Eine Woche später war es ein Samstag. Ich wartete schon seit Montag auf meine Müsli Mischung. Online gibt’s halt das gute Zeug, zu vernünftigen Preisen. Lieferdatum sollte der Freitag werden. Freitagabend war ich dann so sauer über das Nichts, was eigentlich mein Samstagmorgen Frühstück werden sollte, das ich erst spät, nach drei Flaschen Bananenweizen, ins Bett ging.

Dann halt doch Rührei mit Speck!

Gerade so aus dem Bett gekrochen, auf dem Balkon mit einer Zigarette sitzend, klingelte es an der Tür.

Paket für Sie!

Noch in Boxershorts und Schlaf T-Shirt öffnete ich ihm, den Paketboten, die Tür. So dachte ich, weil mir sonst immer so ein älterer Typ die Pakete brachte. Nun stand da ein blonder Engel vor mir. Ihre roten Bäckchen unterstrichen meine eigene Meinung, vom heutigen Wetter, das mir schon auf dem Balkon sitzend, viel zu warm vorkam.

Was ich in diesem Moment dachte, sah sie sich, mir nicht ins Gesicht guckend, etwas sehr erfreut an. Ich konnte doch nichts für meine Gedanken und auch das mein Körper so darauf reagierte.

Aufgrund ihrer roten Bäckchen, die nach dieser Vorstellung meines Körperteils, mir nun noch roter vorkamen, bot ich ihr ein kaltes Glas Mineralwasser an. Das sie beim Genuss dieses kühlen Nass ihr Paketbotenhemd aufknöpfte und sich darunter nichts anderes verbarg, half mir nun nicht gerade, dieses bestimmte Körperteil abschwellen zu lassen.

Eine Dusche, drei Stellungen und einem Abschiedskuss später, bekam ich dann doch noch mein Samstagmorgen Müsli. Diesmal nahm ich die größere Schüssel.

Als ich gestern die Arbeit verließ, zwinkerte mir meine Kollegin zum Abschied noch schellmisch zu. Ja okay, es war nett. Wir auf der Damentoilette. Wirklich toller Quickie in der Mittagspause. Aber ich fühlte mich schlecht. Ich hatte nicht nur sie für meine Lüste missbraucht. Auch die anderen beiden Damen vor ihr.

Im Bus nach Hause schämte ich mich für mein Nehmen dieser Körper, nur um über den Frust, über die abgesagte Verabredung, mit ihr, meiner Herzensdame, hinweg zu kommen. War sie doch die Frau, der Mensch, dieses „Ich kanns kaum in Worten beschreiben“, was mein Herz am Leben hielt.

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Die Gedanken Torte

 

Vielleicht ist Hoffnung das letzte Stück Kuchen, was nach einer Gedanken Party übrig bleibt!

Wir erleben Freude, Euphorie, Frust, Schmerz, Leid und stehen trotzdem jeden Tag wieder auf. Viele schon früh am Morgen. Einige auch erst gegen Mittag. Stehen auf, obwohl das Gestern, das Vorgestern, der Scheiß vor vielen Jahren, uns nicht loslässt.

Wie oft verweilen wir im Gestern? Doch mehr als im Jetzt!

Der Moment lässt uns vielleicht aufatmen. Für Minuten, Stunden oder ein paar Tagen.

Aber das Gestern kehrt doch ständig in unsere Überlegungen zurück!

Was mache ich falsch, fragst du dich jeden Tag, wenn am Ende des Tages, außer dem Leid, nicht viel mehr übrig bleibt.

Und so fangen wir an nach Gründen für Ablehnung zu suchen. Obwohl wir ganz okay sind, rattern unsere Gedanken um unser Ich, um unser Sein. Die einen betrachten da ihr Äußeres. Andere, zu denen auch ich gehöre, suchen im Inneren nach Gründen. Zweifeln an ihrer Art. Sehen zu, wie Andere mit ihrer Art so glückselig durchs Leben gleiten.

Wie machen die das?

Ich bin nett und freundlich. Bin ehrlich. Begegne jedem mit Respekt. Helfe wo ich kann. Und doch bin ich einsam. Einsam mit meinen Gedanken. Niemand wagt sich zuzuhören. Möchte mein Gejammer über meine Schwächen und Sorgen nicht hören. Sie wollen nur, dass ich körperlich so aussehe, wie es mir im Inneren geht. Erst dann kommt ein „Wie geht’s dir?“.

Muss man erst nach „Leid“ aussehen, um erhört zu werden?

Wie oft schauen wir uns Filme an und bewundern das Schauspiel der Künstler, der Stars, so manch Vorbilder. Dabei steckt in Vielen von uns das gleiche Talent. Nur das wir dafür nicht bezahlt werden. Meist sogar noch selber dafür blechen müssen. Denn Schmerz und Leid kann teuer werden, wenn sich Andere von dir abwenden, weil du nur noch am Jammern bist.

Das Jammern möchten nur Wenige hören. Viele hoffen auf deinen Fall. Möchten sehen, das dein Leben Konkurs anmeldet. Du sie um ihre Hilfe anbettelst. Dabei hätten sie deinen Niedergang schon viel früher verhindern können.

Was wären wir ohne die Hoffnung. Ist es doch das letzte Stück Kuchen, was nach einer nächtlichen Gedanken Party übrig bleibt.

Du legst dich hin, machst die Augen zu und hoffst, dass am nächsten Tag vielleicht ein Problem weniger auf deiner Liste steht.

Doch nur die Hoffnung macht nichts mit deinen Sorgen und Problemen. Vielleicht schenkt sie dir einen Plan aus tausend Einzelteilen, den du, wenn du dir mühe gibst, zu einem Ganzen zusammen puzzeln kannst. Hoffnung schenkt die keine Gesundheit. Füllt nicht dein Bankkonto. Hoffnung kann der Startschuss für etwas Neuem sein. Dir eine Richtung vorgeben. Aber wie so immer, muss man es anpacken. Du musst gewillt sein etwas zu ändern, wenn du nicht weiter, in diesem Loch verrotten möchtest.

Hoffnung bleibt das letzte Stück Kuchen am Ende deiner Gedanken Party. Freude und Euphorie waren die ersten Stücke, die du gierig in dich hinein stopftest. Es sind die, die am leichtesten zu verdauen sind. Machen aber nicht lange satt.

Hoffe weiter auf das Gute, denn irgendwann, stehst du an dem Punkt, wo du auf die ganze Torte verzichtest, zum Apfel greifst und mit einem Lächeln am nächsten Morgen aufwachst.

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Letztens

 

Letzten Freitag war mal wieder Pfeile piksen angesagt. Vom schönen Spandau nach Lichtenberg. Eine einstündige Fahrt durch so Tourismus Dinger. Muss spannend sein, sich an Gebäuden so seelisch zu bereichern, dass andere Dinge unwichtig werden. Ich bin da eher so ein Hingucker ohne jegliches Gefühl. Jedenfalls bei diesen grauen Gebäuden in meiner Stadt. Da bewundere ich andere Bauten oder Naturschönheiten mit mehr Gefühl. Obwohl diese weit weg. Nur mit dem Flugzeug erreichbar.

Nach einer Stunde standen wir dann endlich vor der Kneipe unseres Gegners. Der erste Blick viel auf das Klappschild vor der Tür. Okay, der Abend wird bei den Preisen günstig. Bier für 1,90€. Da wird der ja wohl nicht viel mehr für Cola und Wasser verlangen!

Denn im Gegensatz zur normalen Dart Szene Mannschaft, trinken wir fast gar nichts. Wir trinken so viel Wasser, wie Andere die Brühe aus dem Zapfhahn.

Beim Betreten der Kneipe, war mein erster Gedanke, das wird hier eng. Also räumlich. Zwei Automaten in zwei verschiedenen Räumen.

Bissel einwerfen und so Floskeln loswerden.

Schnell führten wir mit vier gewonnenen Einzeln. Ich hatte gleich ihren Besten. 2:0 für mich. Bähm! In your Face!

Aber da spielte ich hinten. In einem Raum, wo wirklich nur zwei Darter stehen konnten. Im Grunde war es von uns Beiden mehr so Gegurke. Der Glücklichere hatte dann halt den einen Treffer im richtigen Feld.

Im zweiten Spiel bekam ich dann die ganze Wucht dieser stimmungsarmen Kneipe zu spüren. Ich stand da am Board. Die Musik aus dem Vorraum so leise, das kaum hörbar. Hinter mir das Atmen der Anderen. Ich konnte meinen eigenen Pfeil fliegen hören. So wenig Euphorie lag in diesem Raum. Das machte mich nicht nur lustlos, sondern auch körperlich müde.

Das kenne ich sonst ganz anders. Wenn nicht dumm gequatscht wird, läuft jedenfalls laut und pulsanregend die Musik. Da ist es mir auch egal, was da läuft.

Radio ist etwas blöd, wenn du dich gerade auf den Check konzentrieren musst und durch die Boxen der Wetterbericht präsentiert wird. Aber selbst das hätte ich mir jetzt gewünscht. Und so saßen da hinter mir pochende Herzen und schniefende Nasen.

Des Gegners Name „Ein Loch Daneben“ spiegelte dann auch den Rest des Abends wieder. Also bei uns. Aus einem 6:2 wurde am Ende ein 9:9. Sudden Death! Alle nochmal für ein Leg ans Board. Zum Schluss nahmen wir einen Punkt, von anfangs erwarteten drei, mit auf den nach Hause Weg.

Wir alle waren müde und hungrig. Gegen halb zwei erreichten wir Spandau und kehrten noch schnell in diese Burger Bude ein.

Viele werden es noch nicht wissen. Aber da bestellt man jetzt an so großen Fernsehern. Kein Anstellen. Kein minutenlanges Gespräch über das Wochen Angebot. Nö! Jetzt tippste alles in den Bildschirm und bekommst nen Zettel. Damit gehst du zur Kasse, bezahlst deine Rechnung und bekommst einen Abholschein.

Meine Rechnung betrag 8,09€. Ich gab 8,20€. Der junge Typ hinter der Kasse zückte einen Zehner und Kleingeld und legte mir dies auf meine Hand.

„Junge!“, sagte ich.

„Ja?“

„Das ist zu viel!“

Er blickte mich an.

„Hab dir nur nen Fünfer und … gegeben!“

Er schaute etwas überrascht.

„Oh wirklich. Oh man danke, ist schon spät heute!“

Ich gab ihm das falsche Rückgeld zurück.

„Alles okay, ich bin selber Verkäufer. Die 11 Cent reichen mir dann!“

So endete der Tag mit Ehrlichkeit und Respekt. Ehrlichkeit, die mir leider immer seltener serviert wird. Von gegenseitigem Respekt muss ich gar nicht erst anfangen.

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Gummibärchen Saft

 

Schneller, immer schneller rasen die Gedanken durch meinen Kopf. Doch keiner will hängen bleiben. Wie ein Kontrolleur in der Bahn knipse ich die Gedankenfahrkarten ab, ohne dabei drauf zu achten, was ich da loche.

War da nicht gerade …, zack, der Nächste. Und so sprinten meine Gedanken der Nacht entgegen, ohne wirklich etwas da zu lassen.

„That thing you do“ von The Wonders unterstützt diese Raserei noch.

Ich müsste doch irgendwann zur Ruhe kommen. Auch ich muss schlafen. Irgendwann. Ab drei hätte ich noch acht Stunden, die mir bleiben, um ausgeruht in den Tag zu starten.

Und wo ich gerad so beim Gedankensurfen bin, erinnere ich mich an meine Kindheit. Ich war keine zehn. Vielleicht gerade sechs und fuhr wie so oft an einem Samstagmorgen, mit meiner Mom, mit dem Zug von Wolmirstedt nach Magdeburg. Shoppen war angesagt. Da mussten wir früh los. Die Geschäfte hatten damals nur bis 13 Uhr geöffnet. Für Viele wäre das heutzutage der Horror.

Mein einziges, erwünschtes Ziel in der Landeshauptstadt war der Inter Shop. Da gab´s die coolen Matchbox. Damals waren die Dinger noch cool. In meinem Zimmer baute ich aus Holzklötzern ganze Städte. Garagen, in denen die Schmuckstücke sonnengeschützt lagerten. Einen Unfall brachte die zwei Meter lange Schlange zum stehen. Und immer musste ein Verrückter mit seinem Musle Car sich gegen alle Staurichtlinien quer stellen. Aber mein super, krasser amerikanischer Bullenwagen schnappte ihn jedesmal. So wie in Cobra 11. Nur ohne Blechschaden.

Aber das eigentliche Highlight bei unserer Shoppingtour durch die Magdeburger Innenstadt war die Fahrt mit der Tram. Ich war sechs. Das war noch ein Erlebnis. Und irgendwann kam dann der Kontrolleur.

„Die Fahrkarten bitte!“

Ich sah zu wie Mama diesem Typen in Uniform diese Pappdinger reichte und er sie mit seinem Werkzeug lochte.

„Noch einen schönen Tag!“

Das war noch so richtig persönlich. So mit „Na willst du später auch mal Straßenbahnfahrer werden?“.

„Mutti darf ich?“

Sie blickte mich lächelnd an.

„So lange du immer artig bist, darfst du alles werden, was du möchtest!“

Stolz wie Oskar und mit diesem gelochten Papp Ding in der Hand schaute ich aus dem Fenster und beobachtete das Treiben auf den Straßen.

Mir machte das stundenlange Gelatsche, durch die Geschäfte, nichts aus. Ich wusste, am Ende würden wir immer im Inter Shop landen. Die manchmal aufkommende Langeweile zerstörte ich mit hüpfen über Pfützen oder zehn Meter Sprints zur nächsten Ampel.

In diese Erinnerungen reise ich gerne, wenn der Tag mal wieder so 0815 und mich einfach nur langweilt. Wenn die Dose Gummibärchen Saft mir die Ruhe zum Schreiben raubt und mich ohne einen Gedanken greifend, mit Kopfhörern in meine Kissenlandschaft fallen lässt und nicht mehr zulässt, als pausenloses Mitsingen von Texten, die ich nur wortweise verstehe.

Genug „That thing you do“!

Mit “Hold my hand, hold my heart” von The Chantrellines bremse ich langsam meine nächtliche Fahrt. Lasse „The Sound of Silence“ durch mich ziehen, schalte das Licht der Nachttischlampe aus, drehe mich auf die linke Seite und schließe meine Augen.

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Der Boxer

 

Das Knacken seiner Knochen ließ alle Anderen im Raum erschrecken.

Es gab Hähnchen mit Erbsen und Kartoffelpüree. Im Speisesaal saßen um die dreißig ältere Herrschaften, die hier im Seniorenheim, ihre letzten Jahre gemütlich und ohne Aufregung verbringen wollten. Das Einzige, was an diesem Abend jedem störte, war Otto.

Otto war 76 und wohnte erst seit einigen Tagen mit ihnen Allen zusammen. Otto der Starke. Otto der Knochenbrecher. Alle im Saal kannten ihn. Jeder kannte seine Geschichte. Jeder hatte seine Kämpfe gesehen. Doch diese lagen in einer weiten Vergangenheit. Hier waren alle gleich. Alt. Müde vom Leben. Einfach nur froh, das ihnen dieser Ort, am See der Wahrheit gelegen, die Ruhe gab, die sie sich für ihre letzten Jahre gewünscht hatten.

Otto sah alles etwas anders. Seine Kinder hatten ihn hierher gebracht.

„Papa, das schaffst du alles nicht mehr!“, hatten sie gesagt, als sie ihn danach auf einen Ausflug einluden und nach drei Stunden Fahrt hier im Seniorenheim ablieferten.

Anfangs vergaß er Termine. Dann seine Herztabletten zu nehmen. Das Licht im Flur brannte tagelang. Als letztes vergaß er das Gas vom Herd abzudrehen und sorgte für einen Feuerwehreinsatz.

In Otto´s Augen war das alles nicht schlimm. Hatte wenig Bedeutung. In ihm kreischten noch immer die Fans, die ihm im Boxring stehend, anfeuerten.

„Otto, Otto, Otto!“, hörte er noch immer ihre Anfeuerungsrufe.

Damals, der Kampf gegen Sanchez, im ausverkauften Zentralstadion von Mexiko. Dreißig Tausend brüllten zwölf Runden in den Regen von Guadalajara. Bis Otto den Kampf in der dreizehnten Runde mit einer krachenden Rechten beendete. Er brach dabei nicht nur seinem Gegner zwei Rippen, sondern sich die Finger in der rechten Hand.

„Das war das Größte für mich!“, sagte er auf jeder Familienfeier.

Seine Familie hörte seine Geschichten seit Jahren. Seine zwei Söhne und Tochter Tanja konnten diese schon nicht mehr hören. So bald Otto das Wort ergriff, rollten sie schon mit ihren Augen. Nur für Otto war das jedesmal das Highlight jedes Familienfestes. Für ihn lagen seine Kämpfe so nah an dem Jetzt, das er die Anstrengungen, die jeder Kampf mit sich gebracht hatte, noch immer spürte.

„Damals, ´68 in Chicago!“, begann er seinem Tischpartner zu erzählen.

Dieser mischte die Erbsen in das Püree und aß ruhig weiter.

„Weißt du noch?“, wollte Otto von ihm ein Statement.

Dieser blickte ihn an.

„Man Otto, das ist fünfzig Jahre her!“

Otto wusste mit dieser Antwort nichts anzufangen. Er ballte seine Rechte, holte aus und ließ sie vor dem Kinn des Alten neben ihm stoppen.

„Ich könnte noch immer jeden umhauen!“, prallte er nach seiner Aktion.

Alle Senioren schauten ihn verwundert an. Dann drehten sie sich wieder um und aßen weiter ihr Hähnchen mit Erbsen und Püree.

„Was ist los mit euch?“, brüllte er verärgert durch den Speisesaal.

Niemand nahm so richtig Notiz von seinem Benehmen.

„Ich war der Größte!“, folgte aus ihm.

Sein Tischnachbar kaute und schluckte, legte das Besteck auf den Teller und lehnte sich zurück.

„Otto! Du warst der Größte!“

„Ja das war ich!“

Er blickte zu Otto und lächelte.

„Otto!“

„Ja?“

„Egal wie groß du mal warst. Nun sitzen wir alle hier und sind froh, wenn wir unser Essen nicht als passiert bestellen müssen!“

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Die Szene

 

Wenn du so wie ich, ein paar Jahre in der Drogen Szene unterwegs warst, betrachtest du den Alltag, den Trubel auf den Straßen, das 20 minütige Warten auf den Bus mit jungen Leuten, die jetzt in dem Alter sind, wo ich damals bekifft oder anders zugedröhnt durch die Straßen zog, mit einem „Aha“ Blick.

Wenn da so ein Bub mit achtzehn neben mir sitzt und an seiner Kippe lutscht, erkenne ich an seiner Haltung, Handhabung der Zigarette, dass dies nicht sein größtes Laster ist. Das klingt jetzt wirklich etwas aus den Haaren gezogen. Aber ein Blick in seine müden Augen und diese „Ist mir alles Schnuppe“ Ausstrahlung rundet die ganze Geschichte für mich ab.

Was soll man da schon sagen oder denken?

Verurteilen!

Ich hab das ja alles selber durch. Nur das, wenn ich in den Jugendclub in Olvenstedt spazierte, alle erstmal ganz unschuldig taten, weil sie dachten, der Typ mit Pullunder und Hemd sei ein Sozialarbeiter.

Erst nachdem ich 80 € auf die Tischtennisplatte schmiss, öffneten sich nicht nur ein halbes Dutzend Augenpaare, sondern auch die Bauchtaschen der Dealer.

Zehn Minuten später standen wir Drogis mit zwanzig Pillen und einem fetten Brocken Hasch auch schon wieder an der Tram Haltestelle.

Mit Hilfiger Jeans, Pullunder und Hemd denkt in der Bahn nicht mal einer an eine vergessene Fahrkarte, geschweige denn daran, dass du gerade genug Stoff, für ein paar Monate Jugendknast, in der Tasche hast.

Es gab auch Abende, da warteten wir stundenlang im Treppenhaus eines Dealers, nur ein Zwischenhändler, auf unsere große Lieferung. Nach Stunden des Wartens wurden wir mit ein paar Gramm „Sorry-Dope“ wieder nach Hause geschickt.

Auf meine ersten Pillen, die mir und meinen Freunden, meinen 17. Geburtstag versüßen sollten, wartete ich zwei Stunden, weil ich gleich zehn Stück wollte und der Dealer aus Bernburg nach Wolmirstedt bestellt werden musste.

Ich ohne große Peilung, sah zu, wie der Typ drei volle Tüten Pillen aus seinen Rucksack zauberte. Jetzt keine kleinen Grastüten, sondern solch Tüten, mit denen andere ihre Pausenbrote einpacken.

Von den in Alufolie eingepackten Haschisch Steinen hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung. Mal kurz probiert hatte ich schon. Aber ich übersprang die erste Phase gleich mal und startete mit einem „E“ Rausch.

Später lernte ich dann den Begriff „Gruppenmische“ kennen. Jeder der Anwesenden spendete eine Stein, die „wenig Kohle“ Typen die Zigaretten und nach ein paar Minuten stand da ein Teller voller Rauchkram auf dem Tisch. Meine erste Flatrate. Jedenfalls für einen Abend. Bei Abenden auf Pille konnten das auch schon mal zwei Teller werden.

Auf „E“ greifst du lieber zur Bong, als zu diesen langweiligen Glimmstängeln. Die brauchst du nur, wenn du gerad an der Konsole Pause hast und deinen Leuten beim Zocken zuschauen musst.

Einmal saßen wir in so einer „Hartz IV“ Wohnung. Cooles selbstgebautes Bett mit Treppe. Aber nur Leitungswasser und für die Benutzung von Glas und Geschirr musste man 20 Cent „Abwaschgebühr“ blechen. Wir waren arm dran an diesem Abend. Wir streckten das halbe Gramm mit so viel Tabak, das jeder von uns, jedenfalls einen kleinen Kopf mit Hasch-Geschmack, auf der Bong bekam.

Noch heute frage ich mich, ob die Ratte, die durch das Zimmer lief, sein eigenes gewolltes Haustier war. So war das. Halt so enttäuschende Kiffer Abende.

Aber mit Hilfiger Jeans, Pullunder und Hemd sieht dir das in der Tram keiner an. 40€ hätten wir auch blechen müssen, wenn nachts um drei ein Kontrolleur durch die Wagen patrouilliert wäre.

Ich bin einer von Vielen. Einer, dem es nicht zusteht, die heutige Jugend zu verurteilen. Natürlich sind Drogen scheiße. Da sprechen vier Krankenhausaufenthalte, die zusammen genommen ein ganzes Jahr für sich in Anspruch nahmen und diverse „45 Minuten“ Sitzungen, um den Schaden, den dieses Zeug anrichtete, zu  verarbeiten, aus mir.

Heute zocken sie FIFA schon am Handy, wenn sie zur Schule fahren. Oder Bubble Gum und diese anderen süchtig machenden Games.

Und ja, das gäbe ich zu, auf Dope kam das Zocken früher schon cooler.

Da es nun mit großen Schritten auf die Vierzig zu geht, bin ich von fast allem befreit. Ich liebe den klaren Kopf. Vielleicht mal ein Weinchen oder einen Cherry. Betrunken bekomme ich schreibtechnisch sowieso nichts hin. Aber die Fluppe muss sein! Das ist noch so ein Makel in meinem Sein.

Aber so ein Leben ohne Laster würde irgendwie auch nicht zu mir passen!

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Dein Mut ohne Taten

 

Du sagtest „küss mich“ und verschwandest mit der letzten Bahn.

Dein Mut hielt zwei Worte.

Dein Gehen sammelte achtzehn Jahre.

Vielleicht war es die lange Fahrt mit der Bahn. Vielleicht die Musik auf meinen Ohren. Vielleicht der billige Rote, den ich heimlich in der Tasche hatte, der mir diese Fahrt berauschte. Vielleicht auch einfach nur das Ziel meiner Reise.

Die Fahrt dauerte zwei Stunden. Mein Film beim Blick aus dem Fenster spielte achtzehn Jahre und ein bisschen. Genau zwei Worte dauerte die Zugabe. Sie blieben, auch wenn zwischen dem Damals und dem Jetzt, diese Jahre vergingen. Jahre der tiefen Stille. Vergraben unter tausenden Geschichten, die mich erdrückten und mich zum reisen zwangen. Ich war auf der Suche, ich musste suchen, nach etwas Befriedigung für mein stehen gelassenes Herz. Ja, seitdem fand in mir kein Feuerwerk mehr statt. Die Damen in den Bars, auf den Konzerten, den vielen Empfängen redeten anders. Sprachen von Zielen, die sie sich seit ihrer Kindheit, zusammen mit einem Mann wünschten.

Du warst anders. Du nahmst den Moment, jeden Moment, um diesen auszukosten. Da gab es wenig morgen. Schon recht kein in fünf Jahren. Und so wurde jeder Tag mit dir zu einem Erlebnis, zu einer Abenteuer Reise, ohne an ein Ziel zu denken. Du fandest jeden Tag neue Anfänge. Das Neue, an jedem weiteren Tag, als Ergebnis deines nächtlichen Pausierens. Da war nie ein Zweifeln, das etwas nicht gelingen könnte. Nie die Angst, dass deine Seele irgendwann verstummen könnte. Kein greifen nach meinem Herz.

Wäre es doch so geblieben!

Wir sahen unsere Körper wachsen. Spürten, wie sich unser Geist entwickelte. Hörten die Worte, die sich in den Jahren längst zu ganzen Geschichten summierten. Geschichten aus unseren Gärten. Da wo nur unsere Träume wuchsen. Unser Ort der Flucht, vor dem Gesetz der Erwachsenen, des Alltag und der ganzen Welt. Sie wollten uns ein Leben lang klein halten. Wie die auf den Feldern, die nie was sagten und tapfer wie sie waren, die Ernte einholten.

Und nun sollte mich dieses Gefährt zu deinem ersten von dir gewähltem Ziel bringen.

Es muss eine Entscheidung, aus der von mir dir gegenüber, zu plumpen Zurückhaltung gewesen sein. Wie konnte ich ahnen, dass du doch ein Ziel hattest. Du dir mich aussuchtest.

Warum?

Weil ich nicht wie die Anderen war und dein Herz mehr liebte, als das da drum. Mir nicht wichtig war, ob du mit Jeans oder Rock, oder Bluse oder Top, deinen Körper zur Schau stelltest.

Mir war immer nur wichtig, dass es dir gut geht. Und das sah und fühlte ich jeden Tag an deiner Seite. Sah dein Lächeln. Hörte dein Lachen. Dieses Ganze, wenn man sich an der Seite eines Anderen wohlfühlt.

Und genau diese Zweideutigung unserer Momente begriff ich erst nach Jahren deines Gehens. Da wurde mir dein Lächeln, dein Lachen, als Ergebnis präsentiert, wenn andere Frauen von der Liebe sprachen.

Mehr als aussteigen hätte ich tun können. Löste aber zwei Stunden später mein Ticket und fuhr achtzehn Jahre und ein bisschen, wieder zurück.

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Die Dame

 

Natürlich habe ich gemerkt wie du meine Hand diesmal länger berührtest. Da war diese „Ich mag dich“ nach unserem offenen Gespräch. Eine Lust mir nah zu sein.

Mein Rasierwasser ließ dich träumen, von Zweisamkeit, von einem in die Nacht schleichen und uns aneinander schmiegen, bis du dieser Hingabe freien Lauf lässt und mich mit deiner Erfahrenheit in andere Sphären leiten möchtest.

In mir erhob sich ein Gefühl von leichter Angst. Oder eher eine Hilflosigkeit.

Deine Erfahrung ist dein Schatz. Ein Schatz, den du mir ohne lange danach zu suchen, präsentieren würdest. Du würdest meine Jugend wollen. Beherrschen wollen. Sie sanft zum Höhepunkt begleiten wollen.

Doch wäre ich dann noch bereit, dein seit Jahren forderndes Verlangen zu stillen. In mir steigt die Angst. Oder wohl eher die Panik. Möchte ich dir doch gefallen. Jetzt, wo sich unsere Hände für Sekunden streicheln und wir wissen, dass es unsere Körper auch möchten.

Wie Zuckerguss schmeckt deine Haut, wenn ich mit meiner Zunge, von deinem Hals, bis zur Antenne deines Busens, gleite.

In diesem Moment fühle ich mich begabt, weil ich spüre, wie dein Körper pulsiert. Deine Lust meine Finger befeuchtet. Du mehr, du diese Lust für ewig genießen möchtest.

Morgen müssen wir aber früh raus. Du ins Büro. Ich auf den Bau.

Aber jetzt bist du noch meine Spielwiese. Jahrzehnte so gepflegt, das deine Haut weicher, als die meine.

Jahrelange Arbeit in der Sonne ließ meine bräunen, aber auch trocken werden.

Meine Lippen fühlen kein Haar in deinem Paradies. Bin ich doch der Erste, der nach Jahren diese Frucht schmecken darf. Du lässt dich fallen. Drückst deine Hände auf dein Bergenland und stößt Laute aus dir. Ein Moment, der mich für kurze Zeit zum Ritter schlagen lässt. Der Ritter, der nun sanft sein Schwert benutzt, um dich aus dem Dahingleiten, in die Ekstase zu begleiten.

Dein Becken spielt mit meinen Bewegungen. Lässt mir kleine Pausen, die du mir gönnst, um dein Sinken noch eine Weile hinaus zu zögern.

In deinen Augen sehe ich das von dir gewünschte Ziel.

Die Ekstase, durch einen jungen Kerl, der nicht viel wusste, es dann aber doch verstand, sich seine Oase, in sein sonst so sandiges und ausgetrocknetes Liebesleben, zurück zu zaubern.

Deine Gier nach Lust treibt dich am Morgen auf meine jugendliche Bereitschaft. Wofür ich in der Nacht keinen Blick fand, erstrahlt, bebt nun vor mir. Du bist clever. Suchst den Rhythmus, der uns beiden gefällt. Der dich glücklich macht. Der mich standhaft bleiben lässt.

Mit einem Lächeln beugst du dich über mir. Lässt mich knabbern. Lässt mich Kommen.

Ich schaue dir nach, wie du mit Flügeln über den Boden schwebst und unter der Dusche verschwindest.

Diese Nacht, dieser Morgen, ich kann es nicht verschweigen, wie schön dies war. Fühle weiter deine innere Wärme. Bin berauscht. Suche halbblind vor Verlangen dein Bad und komme zu dir unter die Dusche.

Beide suchen wir den kalten Fall des Wassers. Unsere Körper dampfen und spielen die Nacht und den Morgen noch einmal nach.

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Erlerne das richtige Flüchten

 

Als ich damals in Magdeburg in der Drogenberatung saß, dachte ich nur, quatsch hier nicht zu viel, ich will nach Hause und einen Rauchen. Bis nach Hause schaffte es dieses Verlangen nicht. Fünf Minuten vom Beratungshäusle entfernt, zündete ich mir schon das Tütchen an.

Aber was sagt man einem Jungen mit achtzehn schon?

Mach das nicht!

Das ist nicht gut!

Auf die Frage, warum ich das machte, antwortete ich, weil es mir Spaß macht.

Natürlich reichte es dem netten Herrn nicht. Und natürlich gab es Gründe warum ich das tat. Nur wollte ich darüber nicht reden. Nicht mal nachdenken. Und so ballerte ich mir jeden Tag vier Gramm in die Lungen. Die Probleme wurden dadurch nicht milder. Halt für eine kurze Zeit in die „kurz vergessen“ Ecke geparkt. Aber dieser Parkplatz war irgendwann voll. Also nahm ich Pillen und solch Pilze, um die parkenden Probleme etwas weiter zusammen zu schieben. Klappt natürlich nicht. Aber mit achtzehn denkt man anders.

Jetzt, mit all den Erlebnissen und Erfahrungen kann ich mir diese Lebensphase erklären. Da war auf einmal viel Frust, weil das Alles für das man Jahre geschuftet hatte, nicht mehr so funktionierte. Statt 13 Punkten, standen auf einmal 5 Punkte im Studienheft in Rechnungswesen. Mathe noch schlechter. Deutsch gerade noch so 7 Punkte. Das frustet, wenn du jahrelang die Einser gesammelt hattest.

So brauchte es am Anfang einen Kopf Haschisch nach der Schule, um den ganzen Nachmittag auf der Couch zu chillen. Etwas peinlich. Aber so verpasste ich die Echtheit der Berichte von 9/11. Mir musste dann am nächsten Tag gesagt werden, dass der Film, den ich da gesehen hatte, eben kein Blockbuster war. Nicht mal ein schlechter B-Movie. Sondern Realität.

Was würden dann zwei Köpfe anrichten? Was wäre erst, wenn ich mir ein ganzes Gramm beim Dealer bestellte!

Na gut, das habe ich ja dann alles erlebt. Darf man sagen, erleben dürfen! Ach, alles Mist. Ich hätte den Arsch zusammen kneifen sollen und halt eine Schüppe drauf packen müssen. Integralrechnung hätte ich schon irgendwann verstanden. Eine Zelle konnte ja nun nicht unbegrenzt solch Dinger wie Chloroplasten, Vakuolen und so, haben. Alles eine Sache der Lernbereitschaft.

Aber ich war nicht 35, sondern achtzehn. Blödes Alter um in die falsche Richtung zu flüchten. Man macht halt das, was die Großen dir verbieten oder dich jedenfalls vor warnen.

Aber wohin wollte ich flüchten?!

Wo sollte ich schon hin. Ich wohnte weiter in meinem Kinderzimmer. Musste weiter auf die Schule gehen. Flüchten wäre jetzt Tasche packen und ab nach Australien. Mit Schippe und Spathen nach Gold suchen. Schaue ich heute gern im Fernsehen. Tolle Sache.

Aber mit Hilfe von Drogen zu flüchten! Wohin?

Ich konnte doch eigentlich nur meinen Kopf und Körper betäuben. Anfangs mehrere Stunden. Später brauchte es drei Köpfe für eine Stunde.

Mit den Jahren sah ich flüchten eher als Niederlage. Vor etwas wegrennen. Sich nicht der Angst stellen. Und die gab´s in mir in tonnenschweren Steinen. Nichts was man lange mit sich herumtragen konnte. Es brauchte andere Möglichkeiten zu flüchten. Vier Stunden Fahrrad fahren. Zwei Stunden im Park walken. Stundenlanges Musik hören. Einfach aufschreiben, was ich nicht im Kopf behalten wollte. Gerne vermische ich. Also Musik hören zu allen Dingen die mich flüchten lassen. Nur das ich nicht mehr wegrenne. Ich stelle mich meinen Problemen oder Sorgen. Ich habe einen Mund und der kann, wenn er will, ganz ordentlich sagen, was ihm passt oder eben auch nicht.

Es wird immer mal wieder Probleme oder Sorgen geben, wo mir im Moment, in der Situation, keine Worte einfallen. Aber dann flüchte ich für zwei Stunden zu Michael, Whitney, Eric, Joe oder Mister Santana und suche eine Lösung.

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Ein Strand ohne Spuren

 

Auch nach über fünfzehn Jahren sitzt dieser Mann mal wieder auf seiner Couch und blättert durch die alten Bilder seiner Jugend. Diese Freude in seinem Gesicht, die er schon seit langer Zeit vermisst. Zeiten eines jungen Taugenichts, die ihn nur träumen ließen. Von ihr. Das Mädchen, das er jeden Tag sah. Mit ihr saß er auf der Wiese und redete über das was mal kommen könnte. Was sie nicht wusste. Sie war seine gewollte Zukunft. Mit ihr wollte er leben. Ein Leben mit Fußabdrücken an allen Stränden dieser Welt.

Heute versteht er die Männer und Frauen nicht, die sich nehmen, was sie gerade brauchen. Immer eine Andere. Der Typ aus der Bar. Nur für den schnellen Kick.

War er doch früher genauso. Liebte die Frauen. Aber nur aus der Entfernung. Denn im Herz stand nur sie. War morgens sein Wecker, um sich schick zu machen und mit Freude in die Schule zu gehen. Abends der Gedanke, um einzuschlafen, um am nächsten Morgen wieder zu erwachen. Nur sie zählte. Da war kein Platz für die Anderen. Die Mädels, die um ihn schlichen, seine Nähe suchten und sich wünschten, seine Lippen zu kosen. Allen half er mit Worten. Doch Taten blieben aus. Kein Tanz in der Diskothek. Nur zu Freundschaften ließ er sich hinreißen.

In seinem Leben besuchte er die vielen Strände, die er in seiner Jugend, in seinen Träumen, mit ihr ablief. Doch da waren keine gemeinsamen Fußabdrücke. Keine wahren Erinnerungen. Nur Sand aus Träumen. Ohne jede Erinnerung an etwas Gemeinsamen. Nur Einsamkeit. Alleine sehen und kein teilen.

Nie weinte er des Verlustes wegen. Nie aus Angst. Nie aufgrund eines Schmerzes. Jetzt aus Wut, weil er sie damals stehen ließ und das damalige Jetzt nicht ernst nahm. Es war die letzte Chance. Danach verschwand er. Weil er musste. Weil ihn die Gesellschaft dazu drängte. Ein Bleiben wäre ein langsamer Tod. Sein Tod. Das Ende, das sich die Gruppe, der ihn Verletzenden, wünschte.

Er baute Mauern. Mauern um sein Ich. Mauern um sein Reich. Ließ lange die Tore geschlossen. Erschaffte sich seine Welt. Eine Welt ohne Gefühle. Ohne Liebe. Ohne eine Prinzessin an seiner Seite. Auf Reisen hatte er seinen Rucksack, mit seinem Leben, seinen Erinnerungen, seinen Wünsche gefüllt. Mit einer Kamera fokussierte er das Leben Anderer. Mit einem Diktiergerät die Eindrücke seiner „Ein Person Reise“.

Er lief so lange, bis die eigene Sammlung von schönen Eindrücken und Gedanken, das gewünschte Volumen hatte. Setzte sich in ein Hotelzimmer und schrieb die Zeilen seines Lebens. Zeilen des Gesehenen, des Erlebten, des Gefühlten. Doch immer fehlte da ein Prozent um ganz glücklich zu sein. Eine Person. Sie. Sie, die damals mit funkelnden Augen auf ihn zu kam. Freudig seinen angekündigten Worten lauschte. Doch er seine Worte anders wählte. Nicht so, wie sie es sich erhoffte. Nicht so, wie er es wirklich vor hatte.

Zurück blieben Tränen bei Beiden. Ihre im damaligen Jetzt. Seine im jetzigen Jetzt. Dazwischen über fünfzehn Jahre des Erinnerns, des immer noch lieben, des Betrachten der Bilder aus der Jugend.

Ein Strand ohne eigene Spuren, ist ein Ort, den man nie besuchte.

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Welcome Berlin

 

Am letzten Freitag betrat ich wieder Berliner Boden. Aber dieses Mal mit einem anderen Gefühl. Nicht wie sonst erleichtert, sondern mit Wehmut. Denn diesmal hatte ich mich in den fünf Tagen sehr wohl in Magdeburg gefühlt. Ich genoss die Zeit mit meiner Familie. Feierte die Geburtstage von Papa und Mutti. Schlenderte durch die Straßen, über den Weihnachtsmarkt und hatte einen guten Schlaf, in meinem sehr schmalen Bett, in der Jugendherberge.

Ja das muss ich zugeben. Ich bin sonst ein Doppelbett Schläfer. So ein Achtziger Bett ist schon gewöhnungsbedürftig. Aber dieses Manko hatte das gute Frühstück locker glatt gebügelt. Am ersten Morgen noch zu dritt, saß ich die restlichen Tage mit einer russischen Schulklasse, bei Milchkaffee und Marmeladenmohnbrötchen.

Dieses Mal fühlte ich mich wohl. Heimisch. Sehr zufrieden mit dieser Situation.

Zum ersten Mal achtete ich auf die Magdeburger Schönheiten. Das rosa Hundertwasser Haus. Die vielen kleinen Cafe’s. Die größtenteils freundlich blickenden Menschen. Die Atmosphäre dieser Stadt. Ein leichtes Chillen lag in der Luft. Wenig Hektik. Ein gemütliches Dahin träumen.

Tage, die mich aus meinen sonst so vielen Höhen und Tiefen, zurück auf die Ebene brachten. Stundenlange Spaziergänge. Leckeres Essen. Dabei tolle Gespräche. Und Abende im Foyer der Jugendherberge, die ich vor dem Bildschirm saß und neuen Ideen freien Lauf ließ.

Ich schaute nicht zurück. Nicht auf die Jahre, die mir weh taten. Die aus mir ein Wrack machten. Die mich viele Jahre leiden ließen. Ich hatte nicht vergessen. Muss aber auch nicht mehr verdrängen. Weil ich diese Zeit akzeptiert habe. Sie gehörte und gehört zu meinem Leben. Viele Bilder sind schon in Schubladen mit der Aufschrift „Abgehakt“ verschwunden.

Ich kann das Damals nicht besser machen, oder anders, oder aus den Köpfen der Anderen verschwinden lassen. Was ich kann, ist das Jetzt so zu gestalten, das ich in vielen Jahren mit keinem schlechten Gewissen, auf dieses Jetzt zurück blicke. Dafür tue ich Vieles. Hier und da gibt es ganz bestimmt noch ein paar Rädchen zu justieren. Aber es fühlt sich gut an.

Auch wenn es immer wieder Themen gab, die sich zwischen mir und Anderen stellten, Fragen nach dem Warum aufkamen, endete jedes Gespräch in einem „Gute Nacht“.

Ich verstehe und akzeptiere so manche Meinungen. Sehe natürlich weiterhin die Sorgen in so einigen Augenpaaren. Die Zeit, die gefangene Zeit mit mir, war nicht einfach. Vielleicht für diese eine Person schwieriger, als für mich. Ich weiß, dass sie weinte. Das sie weinte, bevor sie mich aus der Klinik zum Wochenend Urlaub abholte. Das sie weinte, wenn ich sonntags aus dem Auto stieg und wieder auf Station ging. Dieses Gefühl, das zu wissen, zu spüren, schmerzt.

Ich hoffe, dass ich ihr mit meinem Jetzt, meinem jetzigen Ich, nun wieder etwas Seelenfreude geben kann. Das sie sieht, was ich geschafft und erreicht habe. Das ich für meine Ziele weiter kämpfen werde. Das ich weiß, was erlaubt und was nicht erlaubt ist.

Ich glaube in meinem Herz ist für zwei Städte Platz. Genau wie es für Viele von euch immer da sein wird. Meine Ohren weiterhin zuhören. Und meine Stimme, mit ihren Worten, euch dann Kraft schenken soll, wenn ihr mal nicht wisst, wo der Frosch seine Locken hat.

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Zeit

 

Ja die Zeit vergeht. Nicht das ich jetzt schon besonders alt bin. Aber wenn man so wie ich, freitags bis tief in die Nacht, mit einer alten Freundin schreibt, erscheinen da wieder so viele Bilder vor den Augen. Ein bisschen froh sind wir heute schon, dass es damals noch keine Smartphones gab. Da wären wohl Videos entstanden, die man heute niemanden unter Zwanzig zeigen dürfte. Wir waren schon ne wilde und verrückte Truppe. Aber schön wäre es vielleicht doch. Videos von Abenden, Nächten, ganzen Wochenenden im Party Rausch.

Jetzt fühle ich mich doch alt. Was wir damals so angestellt hatten. Auf Pille auf dem Dach des Hochhauses. Im Nachhinein schon krass, das wir alle noch unter den Lebenden weilen.

Morgen geht’s für eine Woche zurück ins Ossiland. Geburtstage in der Landeshauptstadt feiern. Ein, zwei Leutchen treffen. Nach Jahren auch ein Blümchen, auf dem Friedhof an seinem Grab, niederlegen. Vielleicht der Zeitpunkt um wirklich Abschied zu nehmen. Ich glaube, das konnte ich vor 18 Jahren nicht wirklich. Da war zu viel los. Zu viel stark sein für Andere. Dann die Krankheit. Das Weggehen. Jetzt ein Dutzend Jahre in Berlin.

Die Zeit raste nicht. Ich habe genug erlebt. Genug gedacht. Zu viel gedacht. Fühle mich müde. Ausgelaugt. Genervt. Suche nach Geschichten, das mache ich ja täglich, finde sie auch, habe aber keine Lust in die Tasten zu hauen. Keine richtige Schreibblockade. Eher so Lustlosigkeit.

Ich bin müde vom Denken. Das hatte ja nicht erst vor fünfzehn Jahren mit der Krankheit begonnen. Das war auch schon vorher da. Nun da ich diese ganze Psycho Kacke hinter mich gelassen habe, ist da aber immer noch dieses pausenlose Denken. Kein entspanntes Chillen vor dem Fernseher. Nur bei Musik. Da kann ich wirklich abschalten.

Ich sehe immer mehr Fehler. Bei mir, aber auch bei Vielen um mich herum. Und das muss der Kopf verarbeiten. Das schmerzt. Macht mich nervlich gestresst. Da ist nach der Arbeit kein gemütliches Kuchen backen. Da wird noch stundenlang gegrübelt. Warum das und das und das, so ist. Sage mir dann, nimm Rücksicht. Andere durchleben vielleicht gerade das, was ich schon hinter mir habe. Stecken in einem Loch, in einer Einbahnstraße, aus der ich auch nur mit Hilfe von Anderen heraus fand.

Aber es ist schwer. Ich erwarte von mir etwas. Und leider dieses auch von Anderen. Da ist es schwer ein gesundes Maß zu finden. Ich funktioniere. Mache Dinge, die früher nicht gingen, nun spielerisch. Brauche kein stundenlanges Vordenken. Ich mache es halt einfach. Ich muss wieder verstehen lernen, dass es Anderen nicht so geht. Das sie vielleicht ich von vor zehn oder fünf Jahren sind. Angst empfinden. Mit zugenähtem Mund durch den Alltag gehen. Sich am liebsten immer verstecken würden. Keine Verantwortung übernehmen wollen. Mut ein zu großer Schritt ist.

Aber erstmal verschwinde ich. Mein Bruder präsentiert heute und morgen, auf der BuchBerlin, Florence Fanning Teil 2. Diese Autorenparty schaue ich mir natürlich an. Vielleicht sehe ich ein paar Facebook Freunde. Vielleicht gehe ich auch einfach mit der Gelassenheit, danach eine Woche aus Berlin zu fliehen, an den Ständen vorbei.

Auch wenn ich sonst immer ungern in die alte Heimat reise, freue ich mich dieses mal darauf. Ich brauche wieder ein Inneres Gleichgewicht. So ein bisschen alte Luft. Obwohl sie nach den vielen Jahren bestimmt frisch für meine Nase sein wird.

Alt bleiben die Bilder. Neu wird das Gefühl sein, wenn ich diesmal mit Freude am Magdeburger Ortsschild vorbei fahre.

Zurück ins Alte, um Neues zu fühlen.

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Du wusstest mal

 

Du wusstest mal,

was ich fühle,

was ich spüre,

was ich denke

und in dieser,

für mich zu großen Welt,

sehe.

 

Du kanntest meine Freuden.

Meine Freunde.

Es waren nur zwei.

Du und Sie.

Die Andere,

die wie du,

mich mochte.

Aber anders.

Eher so mit Liebe und lieben.

Du mochtest mich,

weil ich zuhörte,

ohne groß dazwischen zu quatschen.

Ich ließ dich erzählen,

weil du es mit mir genauso tatest.

 

Doch plötzlich war mein Zuhören allein.

Du wolltest reden, erzählen,

mich begeistern,

für dein neues Leben

und vergaßt mein Leben,

dem du zuhörtest,

weil du mich mochtest.

 

Aber halt nur mochtest,

weil ich zuhörte.

Meine wenigen Worte waren dir kein Ballast.

Kleine Randnotizen,

in einer Freundschaft,

die sich entfremdete

und mich in die Arme,

der mich liebenden trieb.

 

Obwohl ich nicht wollte,

musste ich bleiben,

um nicht zu vergessen,

wie es ist,

wenn jemand mir zuhört.

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Wandern

 

Ich wanderte durch meinen Traum, wanderte durch meine alte Heimat. Straßen auf denen vereinzelnd Autos fuhren. Sich schon lang liebende Paare bedienten die Schaufenster mit ihren Blicken. Kaum zu sehen war die Jugend. Die Jugend, die wir vor Jahren waren. Mit Flasche und Kippe in der Hand liefen wir vom Bordstein, über die Straße, zur gegenüberliegenden Seite. Uns störten weder unsere müden Augen, noch der ekelhafte Atem, nach dieser durchzechten Nacht. Noch immer im, vom Erbrochenen, beschmutzten Pullover. Der offenstehende Hosenstall, vom letzten in die Ecke gehen. Wir torkelten so vor uns hin. Große Ausreißer ließen uns miteinander Billard spielen.

Mit dieser Erinnerung ging ich, jetzt sauber und gepflegt, denselben Weg, der uns damals irgendwie, irgendwann, nach Hause brachte. Älter war ich geworden. Zwar noch jung genug, um ohne schief angeguckt zu werden, die Diskothek zu betreten. Jedoch alt genug, um solch frühere Entgleisungen, heute nicht mehr zu wagen. Kontrolle behalten war mir wichtig geworden. Nun fanden geplante Feiern statt. Kein Besäufnis, nach fünf Doppelstunden am Gym und diesem ätzigen Weg zum Bahnhof. Wochenenden gelten nun der Erholung. Freitags ein paar Bierchen mit Kumpels. Samstag die Sportschau. Diese aber auch ab und an in Gesellschaft, auf großem Fernseher, in einer Bar. Wir genießen die Prozente im Cocktail. Wollen aber immer noch gerade nach Hause gehen können.

Auf meinem Weg suchte ich wie früher, die Ecken, wo sich die Typen positionierten. Für Gras und solch Zeug brauchten wir selten lange Wege und kein stundenlanges Herumtelefonieren. Wir kannten unsere Stadt. Kannten die Ecken, in denen die Versorger standen. Regelrecht lauerten, weil sie wussten, das wir kommen. Spätestens kurz vor Einlass in die Zappelbar, wechselte ein Fuffi den Besitzer. Der Eine hatte das. Der Andere das. Und so wurde auf der Tanzfläche noch etwas getauscht.

Mein Schritt wurde langsamer. Gezielt hatte ich diesen einen Typ im Blick. Schon mein Alter. Aber noch immer dieser Proll Style. Die typische Bauchhängetasche, in der sie ihr Zeug hatten. Es durch die ganze Stadt trugen und irgendwann den Inhalt gegen Scheine getauscht bekamen. Glaub so ein Beruf, der krisensicher ist.

Sein Blick hatte mich fokussiert. Sah er noch die Augen, die früher durch Chemie strahlten oder vom Hasch ganz müde waren. Roch er noch den Duft, der früher an unseren Klamotten hing. Den wir vor der Haustür versuchten, mit Deo oder Parfüm, zu entzaubern, um bei unseren Eltern nicht aufzufallen.

Er erkannte mich. Nicht als der Mann, der ich nun war. Er erkannte den Jungen, den Kiffer, den Raver, den Chiller und Junkie, der ich früher gewesen war. Diese Typen haben ein Auge dafür. Erkennen sogar die Alt Hippies, die nicht mehr wissen woher, gerne wollen und von ihnen bedient werden, als wären sie die Jugend, die Heutigen, die fürn Zehner, vom Pfandflaschen wegbringen, ihre Tagesration kaufen.

Diese Zeit, in der Geld nie reichte, so lange du son blöder Abi Typ warst und vom Kindergeld deine Wochenenden und Zigaretten bedienen musstest. Du froh warst, wenn Mutti dir ne Hose kaufte, weil deine am Fußende schon komplett aufgerissen. Du das Frühstück nicht in der neun Uhr Pause aßest, sondern dir für den Nachmittag aufhobst, weil der Fressflash nach dem dritten Joint nicht aushaltbar war.

Ich blickte in seine Augen. Sah seine Freude, weil ich ihn beachtete, er sich sicher war jetzt was zu verdienen. Schaute kurz verlangend. So wie früher. Als sie dann schon auf dich zukamen. Änderte meinen Blick in abfallend und winkte ab.

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Der Hass der heutigen Gesellschaft

 

Wärmer wird’s nun nicht mehr. Ich datiere den heutigen Tag auf Ende Oktober. Ein kalter Tag. Schon der Morgen zeigte nur wenige Sonnenstrahlen. Ein wirklich kalter Tag. Und dafür wurde uns in der Nacht eine Stunde geschenkt! Eine weitere Stunde des Verkriechens, des Versteckens unter der Bettdecke, vor der Kälte, die durch die, nicht richtig schließen wollenden, Türen zieht.

Trotz dieser klimatischen Kälte bebte es an diesem Wochenende in mir. Freiburg! Ein Dutzend Männer, die eine junge Frau über 4 Stunden vergewaltigten. Wie ekelhaft seid ihr. Reicht das Hartz IV nicht für Pornos kaufen! Ihr wisst schon, dass dieses junge Mädel nie wieder ein normales Leben führen wird. Und nur weil ihr euren Spaß haben wolltet. Aber Spaß! Mal ehrlich! Dieses Mädel lag da vor euch. Konnte sich nicht wehren. Und ihr vergeht euch an diesem Mädel. Egal ob ihr deutsche oder anders stämmige Loser seit! Ihr seid eine Schande für jedes Land. Einfach missratene Sozialversager. Ich hoffe, ich wünsche euch, das …! Das wären nun Worte, die wohl auf dem Index stehen.

Eine Frau spricht man an. Versucht humorvoll und aufmerksam zu sein. Lernt sich kennen. Geht weg. Verbringt Zeit. Verliebt sich.

Kann ein Jahr nicht mal ordentlich verlaufen. Alle gehen arbeiten. Feiern am Wochenende ihre Parties. Gehen mit ihren Kindern auf den Spielplatz. Besuchen Omas und Opas. Halt so Normales. Das was gute Menschen ausmacht.

Ich erlebe nun schon den zwölften Herbst in Berlin. Ganz sicher eine Stadt, die süchtig machen kann. Aber sich auch stark verändert hat. Früher sagte mal Einer, Berlin sei sexy. Sorry, das war sie vielleicht mal. Jetzt ist sie eher krank. Ohne Mitgefühl. Ohne Respekt. In Lager unterteilt. Gruppen, die sich gegenseitig bekämpfen.

Ich frage mich: „Für was?“

Die Rechten, die Linken, die aus dem Osten, aus dem Süden und und und, glauben mit ihren Machtkämpfen irgendwas zu erlangen, zu gewinnen, etwas an sich zu reißen. Nur das euch diese Stadt nicht gehört. Wollt ihr Eigentum, müsst ihr blechen. Geld, das man durch Arbeit erlangt. Mit richtiger Arbeit und nicht mit Dealen, Bescheißen oder Angstmacherei.

Ich habe keine Angst. Angst lebte lang genug in mir. Und nun sollte ich Angst vor ein paar Schlägern oder geladenen Waffen haben. Ehrlich gesagt, bemitleide ich eure armen Seelen. Das ist eure Stärke. Daraus zieht ihr euren Stolz. Das steigert euer Ego. Mit Dutzenden auf Einen. Mit einer Waffe auf einen Unbewaffneten. Jemanden von hinten die Treppe runter stoßen. Und das ist eure intellektuelle Lebensart. Euer Geben für die Gesellschaft.

Dieses Land wird immer ärmer. Nicht wirtschaftlich. Geld und Leute die es ausgeben, haben wir genug. Dieses Land verliert sein Gesicht. Die Bevölkerung, die für das was sie haben möchte, hart arbeiten geht.

Noch ist da ein Großteil an Vernünftigen. Deutsche, Chinesen, Türken, Italiener, Syrier und und und, die verstehen wie der Hase im Leben läuft. Aber diese Zahl sinkt.

Irgendwie sehe ich nur noch Hass in den Augen, der Leute, die mir auf meinen Wegen so begegnen. Hass, weil der oder die es besser hat! Jeder kann sich eine Fassade aufbauen. Wenn natürlich gleich vorverurteilt wird, nimmt man dem Menschen die Chance sein wahres und vielleicht nettes Gesicht zu zeigen.

Alle, die diese Stadt nur aus Erzählungen kennen, nennen Berlin eine Weltmetropole. Ich, der nun zwölf Jahre hier lebt, bezeichnet Berlin als Ghetto. Ein Zustand, der die Gesellschaften spaltet.

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Es war mal wieder Dienstag

 

Der Dienstag ist so ein Tag, der mir mal gut, mal nicht so gut gefällt. Dienstag bedeutet Mittelschicht, nach der montags Spätschicht. Dienstag ist so ein Tag, wo ich denke, noch vier Tage arbeiten. Leider nur. Denn im Moment könnte ich Wochen durch arbeiten. Mir macht es einfach Spaß zu arbeiten. Der Weg zur Arbeit ist da für mich eher lästig. Ich könnte mit den Bus fahren. Aber ich verzichte. Mein Arzt riet mir zu Bewegung. Und da sind die zweieinhalb Kilometer hin und auch wieder zurück, schon mal ein guter Anfang.

Jeden Tag, auf diesem Weg, frage ich mich, ob es denn überhaupt lohnt, sich über alles und jenes, Gedanken zu machen. Ich ärgere mich, dass es in meiner Straße, nicht eine Schnitzel Bude gibt. Dafür kann ich mir jeden Tag in der Woche an einer anderen Bude nen Döner holen. Esse ich aber nicht. Schmeckt mir halt nicht. Und bei so viel Lieblosigkeit, vergeht mir auch der kleinste Anfall, mal doch einen zu bestellen. Chinesisch ist da schon cooler. Ich gebe zu, mir jeden zweiten Tag, Nudeln oder Reis mit Knusper Ente, zu gönnen. Erstmal ist mir dieser kleine Mann sehr sympathisch. Und es schmeckt. Kann sogar zwischen zwei Anbietern wählen. Türkisch esse ich dann aber auch. Der nette Laden bei mir auf Arbeit macht Köfte. Alles frisch. Und sogar selbstgemachtes Brot. Der Salat schön bunt. Sogar mit Rucola. Machen Andere nicht.

Ich frage mich, warum ich mich aufrege. Multikulti gibt es schon seit zwölf Jahren in meiner Straße. Das kann man annehmen, akzeptieren oder nicht mögen. Mir ist das komplett egal, wer da nun an mir vorbei geht und mich seltsam anguckt, weil diese Dinger auf meinem Kopf, schon aus fünfhundert Metern zu sehen sind. Viele denken, ich hätte kein Bock zu quatschen und möchte nicht angesprochen werden. Aber mal ehrlich! Was soll ich mir denn schon anhören? Die Herren vor der Kneipe, die sich mittags schon ne Molle reinziehen und über den Verfall unserer Stadt diskutieren. Das Geprolle der nichtarbeitenden Jugend, die sich den ganzen Tag auf der Straße präsentieren, als wäre Hartz 4 ein anstrengender und hochangesehener Beruf.

Den Blödsinn brauche ich nicht wirklich. Ich zappe mit den Fingern über die Tasten meines Mp3 Players und suche nach einem Song, der mich zurück in das gestern Abend bringt, als ich das Kapitel meines Buches zu ende bekam, noch den Anfang des Nächsten notierte und plane die folgenden drei Sätze.

Natürlich machen wir uns über den Tag verteilt viele Gedanken. Sehen, wie Andere 24 Stunden Freizeit haben. Wir arbeiten gehen und doch nicht mehr im Einkaufswagen legen können, weil unser Lohn sich von ihren Vergünstigungen nicht groß unterscheidet.

Dienstag ist der Tag, wo ich dann früher zu Hause bin. Jetzt bitte nicht wundern! Der Dienstag ist dann auch der Tag, wo ich bis in den Mittwoch hinein, meine Gedanken kreisen lassen kann. Denn Mittwoch ist wieder Spätschicht angesagt. Dienstag ist also ein Tag, wo auch ich viel Freizeit habe. Längere Telefonate. So lange chatten, bis meine Freunde ins Bett müssen. Und selbst dann, bleiben mir noch Stunden, die ich mir so planen darf wie ich möchte. Gegen Mitternacht kommt dann noch das aktuelle Projekt angedackelt und möchte erweitert werden. Wie könnte ich ihr, ein Buch ist für mich weiblich, diesen Wunsch ausschlagen.

Am Ende der Augenaufphase noch ein paar Minuten durchs Programm zappen. Mal nicht denken, weil das Programm mich nicht wirklich zum nachdenken bringt.

Das Denken, Grübeln, dieser Twist mit meinen eigenen Werten für ein Leben, wird morgen schon wieder in Bewegung kommen.

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Was du nicht sahst

 

Du wolltest nicht sehen, was ich sah. Wolltest nicht wahrhaben, nicht annehmen, dass ich in dir dieses Glück sah, welches mein Leben endlich zu dem machte, was es bis dahin nicht war. Ein Haufen Gefühle, die so planlos in mir herum schwirrten. Keinen Namen fanden. Keine Person, die diesem Gefühl gerecht wurde. Einfach nur Gefühle, die gefühlt, aber einer Fremden versprochen.

Lange suchte ich. Irgendwann gab ich diese Suche auf. Weil alle Wege gegangen. Um jede Ecke geschaut. Suchte in der Ferne. Nahm die Nähe, um kurz zu stöbern, jedoch nichts fand. Keine gab mir dieses Zeichen, das sie es sein könnte.

Da war lange die Hoffnung. Lange der Wunsch. Ungenutzte Chancen, weil sie es halt nicht war. Weil sie meine Augen nicht zum Leuchten brachte. Weil da kein „Ich will“ war. Weder in der Bar. Auf keiner Tanzfläche. Das war ein wandern durch den Wald, in dem alle Bäume gleich aussahen. Schön, hübsch, gern anzusehen, aber ohne einen mir reichenden Ast, den ich gewillt war zu greifen.

In mir lag diese Müdigkeit. Dieses Suchen strengte an. War irgendwann nur noch ein Abhacken einer Liste, die sich in meinem Herz seit Jahren selbst niedergeschrieben hatte. Nichts wirklich Außergewöhnliches. Ich suchte in ihnen die Lust zu leben. Einen gewissen Ehrgeiz es anders zu machen. Die Freude für den Moment. Augenblicke, die plötzlich vor den Augen erscheinen und mehr wert haben, als die Stunden des Alltäglichen. Diese Gabe, dich für mich interessant werden zu lassen. Und sei es nur die Art, wie du in die Ferne schaust. Mit diesem Wunsch, neue Wege zu planen und diese auch zu gehen.

Darin liegt mein Mut. Immer nach etwas Neuem zu suchen. Das Geschehene zu speichern und mit auf neuen Wegen zu nehmen. Man lernt aus Vergangenheit, aus Gegenwart, mit etwas Abstand und erkennt das richtige Wollen für das da Vorne. Die Weiten der eigenen Ruhelosigkeit. Dieser ständige Drang vorwärts gehen zu wollen. Denn Stillstand findet im Kopf nicht statt. Für manche Aufgaben nicht immer hilfreich. Manche Dinge bleiben liegen. Kurz beschnuppert und als „mach ich später“ zur Seite gelegt.

Als ich dich sah, sah ich mehr. Mehr als vorher. Mehr als ich bis dahin sehen durfte. War etwas erschrocken über dieses Gefühl. Weil ich es sonst nur beschrieb. Schrieb es in tausenden Zeilen nieder. Und auf einmal spürte ich dieses von mir so Erhoffte. Erwünschte. So lange Gesuchte.

Es war das, was um dich, zu einem wenig wurde, das mich ab der ersten Sekunde begeisterte. Diese Welt, die bei deinem Anblick, zu etwas Unwichtigem wurde, weil diese Welt mir nie dieses Gefühl gab.

Wie du es machtest! Wie du es noch immer machst! Das du! Das mit mir! Ich werde es nie begreifen. Aber das brauche ich auch nicht. Denn ich kann es einfach genießen. Nehme es mit in meinen Schlaf und weiß, dass am nächsten Morgen, mich dieses Gefühl wieder begrüßt.

Es war bis dahin nur ein Leben. Jetzt ist es ein leben, in einer Welt, die mir einmal einen Wunsch erfüllte.

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Dieser Tag im September

 

Heute Abend regnet es. Eigentlich schon den ganzen Tag. Anders wie die Tage davor. Da schien nur die Sonne. Wie den ganzen Sommer über. Ein Sommer, den ich vergessen möchte. Der aber wohl mit seiner Wärme in die Geschichtsbücher eingehen würd.

Ich lehne mich zurück in die Couch. Betrachte sein Bild, auf dem Handy, das er mir vor Wochen, bei einen seiner Fahrten mit dem Fahrrad, mit Pause am See, nicht weit von mir, schickte. Ich betrachte seine blanke Brust. Er musste sich rasiert haben. Denn bei einem Treffen im Frühling sprossen noch Haare aus seinem leicht aufgeknöpften Hemd. Er trug immer Hemden. Wohl so ein Statussymbol, als Büro Typ und Cabrio Fahrer. Sein Anblick ließ in mir wieder das Gefühl für ihn aufflammen. In ihm sah ich den Mann für wilde Stunden, aber auch für gemütliche Abende vor dem Kamin. Nicht das ich einen hätte. Mein Leben versteckt sich in zwei Räumen. Versinke in Büchern, von denen ich jede Nacht eines, aus meinem drei Meter langen Regal, aussuche und verschlinge. Ich tauche in die Gedanken fremder. Menschen aus einer Welt, die schön sein muss. Schreiben, fantasieren, eigene Welten erfinden, muss ein Heilmittel für die Einsamkeit sein. So denke ich.

In mir leben auch Geschichten, Gedanken, die es wert wären erhört zu werden. Von ihm. Nur von ihm. Dieses Gefühl, das ich habe, seitdem er mir dieses Foto schickte. Sein Blick. Sein Blick so wahnsinnig einnehmend. So als wolle er, das ich zu ihm kommen solle. Mich neben ihn auf das Handtuch legen, mich entblättern und aus reinem Zufall, mit meiner Hand, die Seine berühre. Wir würden reden. Halt so quatschen. Uns die Welt so zu Recht legen, wie sie uns gefallen könnte. Uns mit Preisen schmücken, die unser Leben verdient hätte. Die beste Akten Verteilerin. Der beste Akten Bearbeiter.

Neben ihm liegend rieche ich sein Parfüm, das sonst sein Büro füllt. Dieser Duft, den ich immer tief einsauge und mit in den Fahrstuhl nehme und versuche, es bis zum nächsten Stockwerk und dem Aufgehen der Tür, zu speichern. Welch Duft, der mich im ersten Aufeinandertreffen einnahm und sich wie ein Seidenschal um meinen Hals anfühlte.

Gerne würde ich meinen Mund sprechen lassen. Im Licht seiner Augen erscheinen. Von ihm beachtet werden. Ihm gehören. Mein ganzes ihm schenken. Die Königin seines Herzens sein.

Doch ich muss zu mir ehrlich sein. Sein Bild von ihm, war nicht für mich. Es war sein Fehler. Mir wollte er eine Liste von gewünschten Akten schicken. Ihr das Bild, das ich bekam. Ein Fehler, den er bei unserem nächsten Aufeinandertreffen, als geblendeten Blick durch die Sonne am See, abwinkte.

Der Sommer ging in Tagen. Tage mit seinem Bild. Ich fühlte Zweisamkeit. Lag jeden Tag mit ihm am See. Spürte seine Hände, die meinen Rücken eincremten. Ich sah, wie er nach einer Stunde schwimmen, müde auf seinem Handtuch lag, die Sonne genoss und kleine Wasserperlen auf seiner Brust, durch seinen erhöhten Herzschlag, wanderten.

Ich träume. Träumte den ganzen Sommer. Der Regen vor meinem Fenster hinterlässt seine Spuren an der Scheibe. Genau wie sein Bild, das er mir im Sommer aus Versehen schickte.

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Du bist mehr

 

Jeden Tag betrachte ich seinen schlürfenden Gang. Sehe in seine müden Augen. Diese leise Stimme. Reden tut er wenig. Sagt mir damit aber so viel. Er will nicht ausbrechen. Das tat er schon. War an seine Grenzen gelangt. Suchte die Flucht in der Stille, in der Ruhe, diese eigene Höhle, in der er sich verkriechen konnte. Er fand diesen Weg, der ihn in sein inneres Paradies brachte. Nur das dies Wenige sahen. Schon gar nicht hörten. Wahrscheinlich gar nicht wollten.

„Schaut, der Depressive!“, sagten sie hinter seinem Rücken.

Das glaubten Viele, weil sie nur sein Äußeres sahen und nicht die Freude, die in ihm, nur für sich, so wundervolle Geschichten erzählte.

Du bist mehr. Mehr als dieser Man, den alle sehen. Sie können nur sehen, betrachten, über dich schmunzeln und urteilen. Sie sehen. Du hörst. Hörst, aber verurteilst nicht, sondern schenkst ihnen einen Engel, der auch sie mal, an einem Abend, mit in den Himmel nehmen sollte.

Du bist mehr. Sogar mehr als ich zu sehen vermag. Gerne würde ich eindringen, in das Gebilde, das sich täglich in deinem Kopf verändert. Das immer nach neuen Wegen sucht. Seinen Horizont nie so lässt, wie er gerade ist. Deine äußerliche Ruhe lässt wenig ertasten. Lässt wenig angreifen. Warum auch! Das sind deine Mauern. Dieser Schutz, den du früher nicht hattest und nun mit stolz betrachtest. Denn du kannst leben. Das Leben, das dir lange verwehrt. Das lange die Anderen lebten. Du aus einer risikofreien Entfernung sahst und so sehnsüchtig dein Eigen nennen wolltest.

Du bist mehr. Mehr als der Mann, der in der Früh aufsteht und den Tag so nimmt, wie er dir gegeben wird. Du nimmst ein Bisschen und machst es für dich zu einem Ganzen. Und sei es nur ein Lächeln am Morgen, das dich den restlichen Tag innerlich Lächeln lässt. Erfreust dich sogar an einem prasselnden Regen, der dich wieder säubert, wenn der Staub der Gesellschaft, dir wieder zu schwer auf den Schultern liegt.

Es ist nicht einfach. Das war es nie. Aber deine Schultern sind stark. Mussten stark werden. Mussten stark sein, für etwas, das du nur erahnen konntest, jedoch in diesem Umfang nicht erwartet hattest.

Du bist mehr. Mehr als dein schlürfender Gang. Mehr als deine müden Augen. Mehr als deine wenigen Worte. Denn du sagst mir damit mehr, als Andere überhaupt hören wollen. Sie könnten es nicht ertragen, das du nicht der bist, den sie glauben zu kennen. Das du nicht der bist, der sich mit seinen Gefühlen in eine Ecke, eine dunkle Ecke, stellt und weint.

Du bist mehr. Du bist der Mann, der im Inneren aufrecht geht. Der mit weit geöffneten Augen die Welt sieht, beobachtet und nach Geschichten sucht. Der Mann, der redet, wenn alle Anderen schon schlafen. Der Mann, der träumt, wenn alle Anderen im Stress versinken.

Du bist mehr. Du bist der Mann, der ich gern sein möchte. Der Mann, den niemand verstehen muss, weil er sich versteht.

In der Ruhe erlebst du die Stille, die es braucht, um die Farben zu mischen, die diesen Alltag zu deinem „Happy Place“ machen.

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Deine Schönheit

 

Ich frage mich, was da war, was dich für mich so unwiderstehlich gemacht hatte. Was war da, das mich nicht ruhen ließ. Immer wieder an dich denken ließ. Dieses Gefühl, dieses Beben in mir auslöste. Da war dieser „Wow-Faktor“. Deine Stimme, diese wundervolle Melodie. Nie glaubte ich an ein Ende. Aber es begann weh zu tun. Es wurde zur Qual. Auch, weil du nicht mehr zu mir sahst. Mich da stehen ließest, mit diesem Gefühl, von dem du nichts wusstest. Vielleicht ahntest. Aber auch nur, weil ich ständig zur dir schaute und dieses Lächeln nicht mehr los wurde.

Jetzt ist da nur noch deine Schönheit. Eine Schönheit die andere Männer anlockt. Mich nie wirklich interessierte, weil ich dein Inneres liebte. Dein Wesen wäre der Bonus gewesen. Aber ich wollte mehr. Mehr als nur die neidischen Blicke der Anderen, wenn wir Hand in Hand durch die Straßen schlendern würden.

Ich hätte mich sowieso hinter dir versteckt. Denn mein Wesen sollte deine Schönheit keinen Schatten geben. Das wäre falsch. Denn deine Schönheit sollst du präsentieren. Das sollst du! Dafür ist sie zu hübsch anzusehen, das ich sie, mit meinem Glöckner von Notre Dame Bildnis, beflecke.

Aber was war da?

Folgte ich dem Wunsch meines Herzens! War das falsch?

Ich glaubte einfach dem was ich fühlte. Fühlte, wenn ich dich sah. Fühlte, wenn ich dich nicht sah. Deine Ankündigung reichte schon. Es war ein Gefühl, das mich klein werden ließ. Schaute ich doch auf dich auf. Wie du das Spiel des Lebens in Perfektion beherrschst. Dein Blick diese Eiswand, hinter der sich mein Herz befand, einfach schmelzen ließest. Ich das Radio ausschaltete, weil der Klang deiner Stimme, so viel mehr melodisch war. Dein Duft! Ach egal, den kennst du und weist, das er die Männer anlockt.

Oft sah ich Schönheit. War jedoch schon nach dem ersten „Hallo“ enttäuscht. Eine Frau ist für mich schön, wenn sie interessant ist. Anders herum wäre sie nur ein Model, wie ich sie zu vielen auf den Laufstegen sah.

New York, Madrid oder Mailand. Überall tummelten sich die Schönen. Die Uninteressanten. Perfekte Körper aus Gottes Hand. Jedoch blasse Geister, die nicht leben, sondern nur funktionieren.

Jetzt blicke ich auf die hundert Briefe, die von mir, für dich geschrieben. Lese diese Worte, die ich empfand und mir heute so fremd sind. Worte, die etwas so tolles beschreiben, das ich heute nicht mehr wahrnehme. Nur noch deine Schönheit lässt mich dich hinterher schauen. Aber mehr! Das Mehr ist verschwunden. Hat deiner Schönheit die Bühne überlassen. Nur das dieses Konzert mir nicht mehr zusagt. Ich würde mich in die letzte Reihe setzen und langweilen. Denn diese Songs kenne ich schon. Und sagen mir nichts mehr, weil sie dich zeigen, wie dich alle sehen und mich nicht mehr wahrnehmen lassen, wie ich dich mal sah.

Ich blieb noch etwas. Suchte nach etwas Neuem. Aber da war nichts mehr. Keine neuen Songs. Kein neues Gefühl. Halt der Alltagsbrei von den Laufstegen dieser Welt. Songs, die ich schon lange von meinem Player gelöscht habe.

Und so laufe ich nun ohne Melodie durch die Straßen.

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So leise

 

Wenn schon irgendwie nachts. Also Nacht, dieses dunkle Draußen, das noch erhellte Zimmer und die abschweifenden Gedanken. Schreiben stand eigentlich nicht mehr im Hausaufgabenheft. Machte dies und das. Von einem mehr. Vom anderen zu wenig. Zu viel gefaulenzt. Wenig die Gedanken in Schwung gehalten. Aber so ist das halt, wenn dir die Arbeit die Kräfte saugte und du einfach mit der Einstellung nach Hause gehst, heute nichts mehr groß in Angriff zu nehmen.

Ein Roman wandert durch das Land und liegt auf verschiedenen Tischen. Oder schon im Müll. Das Warten wird sich wohl noch bis in den Dezember hinziehen. Bin ja nun nicht der Einzige, der seine Wörtersuppe abgibt. Egal was passiert. Ich hab es versucht.

Das aktuelle Projekt plätschert so vor sich hin. Der Anfang steht. Nen Plan wie es weiter geht hab ich auch. Ich plotte nicht wirklich. Schreibe aus dem Bauch heraus. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die ersten fünfzig Seiten einen Sinn ergeben. Und dann entsteht das Ganze. Man muss ja auch erstmal mit der Geschichte warm werden. Sozusagen, ein bisschen quatschen.

Ob ich jäh einen Thriller schreiben werde?

Da ich selber eher die ruhigen Geschichten bevorzuge, bleibt das wohl etwas für später. So mit vierzig oder zweiundvierzig. Jetzt suche ich in mir noch den männlichen, deutschen Sagan. Sie ist einfach toll. Diese französische Wunderschreiberin. Gerade lese ich wieder ein Buch von ihr.

Eine Frau in den Vierzigern. Eine geplante Hochzeit. Ein junger Kerl, der bei ihr im Haus abhängt. Drei Tote gab es auch schon. Aber alles so chillig. Ohne große Aufregung. Halt das Richtige für nachts um halb zwei.

Heute ist so ein Tag, da müsste ich nach einer Geschichte suchen. Sonst erreichen sie mich von selbst. Selten Nobelpreistverdächtig. Aber das stört mich nicht. Ich schreibe, weil mir dieses Erzählen Spaß macht. Aber wenn ich immer poste und präsentiere, mich manchmal in Unterhosen zeige, liebe ich doch die zweite Reihe. Ich selber möchte mich nicht in den Mittelpunkt stellen. Die Geschichte soll sich beweisen. Schafft sie eine Reaktion. Gefällt sie jemand. Sieht jemand von euch vielleicht etwas von sich darin. Findet jemand dadurch eine Idee für etwas Eigenes.

Meine Texte sind nicht geschützt. Es wäre als kein Raub, wenn jemand eine meiner Ideen aufgreifen würde. Ein Dieb wäre nur der, der meine noch im Kopf sitzenden Ideen klauen würde. Aber dafür müsste man Gedanken lesen können oder meinen Kopf aufschneiden. Bitte dann lieber das Erste, weil das Zweite krass weh tun würde.

Und so säuselt leise das Radio neben mir. Nachrichten alle halbe Stunde. Dazwischen Pop, Rock und diese uns gerade so überfluten wollende deutsche Welle. Die Texte sind ja ganz toll. Aber Sound und Stimme, naja, nicht gerade Michael Bolton oder Toni Braxton. Dann so lustige Fragespiele. Jungs, den Kaffeebecher bekommt ihr schon, den für die Fragen reicht ein Studium in RTL 2 gucken.

Und so platzieren sich die Buchstaben auf meinem Blatt. Der Wecker gerade am Tütütü. Zeit die Abendpille zu nehmen, noch eine zu rauchen, Zähnchen zu putzen und ins Bett zu gehen.

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Lass mir doch jedenfalls das Jetzt

 

Für Mamas bleibt man immer der kleine Junge!

Aber der Junge ist nun ein Mann. Auch wenn das etwas länger gedauert hat. Früher schmiertest du meine Brote. Legtest mir die Sachen auf meinen Stuhl. Gabst mir Taschengeld. Meckertest als ich mir davon Dinge kaufte, die total sinnlos waren.

Ich ging zur Schule. Jeden Tag. Bis zu dem Moment in dem mir alles egal wurde. Daran warst nicht du schuld. Das lag an mir, den Jungen, der die Gesellschaft wechselte und dumme Dinge tat und Freunde verlor, die es mehr verdient hätten, im Jetzt zu leben.

Ich hätte Vieles anders machen können. Wahrscheinlich sogar müssen. Doch an diesem einen Abend im September zerbrach meine Welt. Ich konnte doch nicht wissen, was ein Verlust in jungen Jahren, mit einem macht. Das steht in keinem Buch. Vielleicht jetzt irgendwo im Internet. Ich war siebzehn und hatte weder Internet noch Smartphone. Ich kann nur beschreiben wie es mir damit ging. Wie es auch noch nach 18 Jahren weh tut. Heute weiß ich, dass alles was ich danach anpackte oder eben auch nicht, falsch war. Mit siebzehn denkt man, man könnte die Welt verändern. Aber auf einmal ändert sich die Welt für dich. Und du konntest nichts dagegen machen.

Heute kann ich Dinge beeinflussen. Kann versuchen die Dynamik aufzubringen, die mir damals abhanden gekommen war. Ich kann die Jahre nicht zurückholen. Kann sie mir nicht säubern. Kann weder den Schmerz ungeschehen machen, noch euch der Junge sein den ihr wolltet. Und im Jetzt möchte ich der sein, der ich sein möchte. Dieser kleine Junge war vor zwanzig Jahren. Eine schöne Zeit für euch. Auch für mich. Aber nach Tagen kamen Wochen, kamen Monate und Jahre. Auch wenn du es gewollt hättest, die Zeit konnte niemand anhalten. Und nun bin ich so, was all das Gute und das Schlechte aus mir gemacht hat. Und ich höre, dass mich das stolzer macht, als dir.

Aber auch du hast dein Leben. Ein Leben in das ich mich nicht einmische. Ich lasse dir deins. Und so lasse mir meines. Das ist der einzige Wunsch, der mir im Jetzt einfällt. Geschenke waren früher toll. Weihnachten, Ostern und Geburtstage. Aber langsam solltest du wissen und verstehen, dass in meinem Leben andere Dinge zählen. Ich habe und mache vieles was mich glücklich macht. Und du musst wissen, dass das nach diesem Jungen, der dich im Krankenhaus mit leerem Blick ansah, jetzt alles so viel mehr ist. Ich stelle wenige Ansprüche. Erwarten tue ich nur noch von Wenigen. Ich schaue auf mich! Was geht da noch? Was kann ich tun, damit es mir besser geht?

Und so verzichte ich in unseren Gesprächen auf viele meiner Geschichten. Die schreibe ich lieber auf Papier. Denn das was ich habe ist meins. Genau wie du deine Geschichten hast, die du mit deinen Freunden teilst. Das hat nichts mit fehlender Liebe zu tun. Das ist halt normal, wenn ein Junge zum Mann wird und beginnt sein Leben zu leben. So wie du deines lebst.

Schaue bitte weniger auf die Bilder von früher. Das ist nun mal Vergangenheit. Und diese schmerzt schon genug in meiner Brust. Lass uns leben. Lass uns das Jetzt leben. Irgendwann ist dies auch Vergangenheit. Aber vielleicht mit einem Lächeln und nicht diesen ständigen Vorwürfen.

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Wann kommst du? Und wie lange bleibst du?

 

Sitze ich doch jeden Abend wartend auf der Couch. Oft mit Blick auf die Straße auf dem Balkon. Gehe manchmal einfach zur Tür und schaue durch den Spion, weil ich glaubte, du hattest geklopft.

Morgens koche ich immer ein Ei zu viel. Du könntest ja plötzlich vor der Tür stehen. Zum Mittag das Gleiche. Zwei Stücken Fleisch, die große Dose Mischgemüse und acht statt vier Kartoffeln.

Wann kommst du? Wann erlöst du mein Herz aus dieser Einsamkeit?

Manchmal glaube ich, wir denken im selben Moment an das Gleiche. Wenn ich dir schreiben möchte, doch du deine Mail drei Sekunden vor mir abschickst. Das ist doch was! Da ist doch was! Das sind die Momente, in denen wir Beide uns so verdammt nah sind. Und doch durch Straßen und Wälder getrennt.

Wenn da nichts wäre, warum fühle ich? Fühle ein Uns!

Du müsstest nur an der Tür klopfen. An der Richtigen. Nicht beim Nachbarn, da gibt’s jeden Tag irgendwas mit Knoblauch. Das ist der Duft, den ich jeden Tag rieche. Dabei soll es dein Duft sein, der mich wahnsinnig machen soll.

Würdest du kommen! Wie lange würdest du bleiben?

Auf einen Kaffee. Auf Schnitzel mit Kartoffeln und Mischgemüse. Bis zu meinem Abend Gebet. Ich schlafe nicht nackt, du kannst also auch länger bleiben. Vielleicht würden wir uns berühren. Unbewusst! Später dann doch bewusst! Gibt es Gründe die dagegen sprechen? In meinen Träumen bleibst du sogar bis zum Morgen. Natürlich gehe ich los und hole die Brötchen. Aber lass mich kurz duschen. Der Duft unserer Nacht würde die Bäckerin auf die wildesten Gedanken bringen. Ach komm, meine Dusche hat auch Platz für zwei.

Aber sollen sie doch denken. Reden ist ja auch so eine Kunst, die jeder beherrscht. Stört uns das? Störte uns doch noch nie! Uns stört nur die, gerade zwischen uns stehende, Entfernung. Jetzt, da der Mond über unsere Seelen und unsere Herzen so sehnsüchtig steht.

Du bist mir oft so nah, dass ich dich spüre. Das ich glaube, dieser momentane Puls, wäre deiner. Dann greife ich nach links und nach rechts und spüre nichts. Nicht dein Wesen. Nicht deine Wärme. Nicht deinen Puls.

Aber wofür ist das alles gut?

Um doch wieder einsam in die Träume einzudringen!

Wäre es mehr. Wäre es so viel, das es uns nicht verweilen ließe, hätten sich unsere Lippen doch schon längst gefunden. Also fehlt doch etwas! Wir hatten Worte. Wir hatten Blicke. In mir tanzten diese Indianer um das Feuer. Ein Feuer, was schon so lange in mir flackert. Jeder deiner Blicke ist wie Spiritus in die Flammen. Nichts hält dieses Gefühl auf. Weil es echt ist. Weil es so stark ist. Und mich hoffentlich nicht belügt. Denn geflunkerte Liebe hatte ich zu genüge. So oft, das mein Herz sagte, lass den Scheiß und hüte die Schafe auf Nachbars Wiese.

Ich weiß, es ist echt. Sonst wäre es nicht um so viel schöner, als die Gefühle der vergangenen Jahre. Mehr wäre nur, diese eine Chance, die uns unsere Herzen ruhig mal geben könnte.

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Diese Stimme

 

Die Stimme sprach zu dir.

„Wo bleibt die Droge?“

Du nahmst einen Schluck Wasser und wolltest damit diese Stimme ertränken.

„Wo bleibt die Droge?“

Du wendetest dich auf die andere Seite, zogst die Bettdecke über dich, über Brust, Mund, Nase und wolltest damit diese Stimme ersticken.

„Wo bleibt die Droge?“

Du gingst auf den Flur, suchtest, mit der immer stärker werdenden Wirkung der Nachtpille, die Toilette auf und versuchtest dort diese Stimme in die Kanalisation zu spülen.

Dieser Ort wirkte. Licht. Frische Luft durch das angeklappte Fenster. Fenster vor denen Gitter hingen. Das Geräusch des Spülkastens fesselte deine Gedanken. Wie damals, am Meer, auf der griechischen Insel, als es Sinn machte zu leben, zu genießen, einfach frei sein zu dürfen.

Dort sprachen sie mit mir. Meine Familie, die Jungs auf dem Beachvolleyballplatz, die Mädels am Pool und sogar der Kellner im Restaurant.

An der Bar bestellte ich eine Cola, setzte mich in einen dieser Sessel und stellte das Glas auf den Tisch.

Klirr!!!

Das Glas knallte auf den Fliesenboden, die klebrige Substanz lief über meine nackten Füße und alle Blicke waren auf mich gerichtet.

In mir zerbrach der Schutz. Der Schutz, der mir ab da fehlte und diese Stimme zu mir sprechen ließ.

Die Stimme sprach zu mir.

„Du bist nicht normal!“

In jeder Nacht nahm ich mir ein anderes Buch und versuchte diese Stimme mit laut gelesenen Worten zu übertönen.

„Du bist nicht normal!“

Jeden Tag schnappte ich mir den Ball, ging auf den Platz und versuchte mit jedem Schuss, diese Stimme weg zu treten.

„Du bist nicht normal!“

Irgendwann rannte ich so lange durch den Wald und hoffte, ich könnte dieser Stimme die Luft zum Reden nehmen.

„Du bist nicht normal!“

„Du bist nicht normal!“

„Du bist nicht normal!“

Ein Abend mit Freunden und der Griff zur Wasserpfeife bescherte mir den ersten Rausch. Die ganze Nacht saß ich auf meinem Bett und weinte. Keine Stimme! Ich war normal! Ich war Ich!

Nach einem ausgiebigen Schlaf weckte mich eine Stimme.

„Du bist nicht normal!“

Es war diese Stimme.

Ich durchsuchte meinen Rucksack. Da mussten doch noch irgendwo diese Pillen sein. Eigentlich für nächste Woche zum 17. Geburtstag eingeplant. Die große Party.

Ich nahm eine und war einen ganzen Tag Ich. Zwar planlos im Bett vor der Glotze liegend. Aber ich war Ich. Ich kannte nun das Kryptonit dieser Stimme. Meine ganz eigene Therapie. Ich brauchte keinen Arzt. Ich war mein eigener Guru.

Solange ich rauchte, schluckte oder zog, war diese Stimme verstummt. So wurde der Gang durch die Straßen zu einem erfreulichen Ereignis. Parties in fremden Häusern, mit fremden Gesichtern, zu einer Darbietung meiner Feierkunst.

Ich lebte! Nur richtig Denken tat ich nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr so wie der strebsame Junge.

Es brauchte drei Jahre um mein Leben total zu verkacken.

„Wo ist die Droge?“

Weinend setzte ich mich auf den Toilettendeckel und hielt die Ohren mit meinen Händen zu.

Da begriff ich, das nicht ich süchtig war, sondern diese Stimme, die mich benutzte um sich zu betäuben.

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So alt möchte ich werden

 

Als Kind, wenn ich mit meinen Eltern, im Winterurlaub durch den dichten, verschneiten Wald stapfte, machte ich mir nie Gedanken um den Weg, um ein Ziel. Ich wusste immer, meine Eltern wüssten wo wir landen würden oder wie wir wieder zurück zu unserem Auto kämen.

Ich wusste, immer wenn es mir schlecht ging, wären Beide für mich da. Immer wenn ich als Kind glücklich war, war ich es wegen ihnen. Das nimmt mir niemand mehr. Das war der Samen, den sie in mir pflanzten und der immer noch so lebensfroh in mir aufblüht.

Es gab ganz bestimmt Jahre in denen sie störten. Aber nur deswegen, weil ich mich für das was ich tat schämte. Ich wollte doch nur ein guter Sohn sein. Nie der, den sie in der Nacht sahen, wenn er zugedröhnt von einer Party kam. Nie der sein, der alle Ziele aufgab. Nie der sein, der sich fast umbrachte. Nie der sein, der aufgab.

Nur ihr hattet es geschafft, dass ich mich wieder aufraffte. Das ich das bisschen gesunden Verstand wiederbelebte und nutzte, um doch noch irgendwie zu leben. Ich bin jetzt ganz bestimmt an einem Punkt, an dem mich Viele nie wirklich wieder gesehen hätten. Dafür war ich zu sehr ein Wrack. Zu sehr entfernt, von etwas, was ich heute Leben nennen darf.

Als Kind machte ich mir nie Gedanken wo das alles von euch herkommt. Jetzt verstehe ich es. Es kommt aus dem Herzen. Eure Herzen, die in mir immer ihren Sohn sahen. Nie etwas Gescheitertes. Nie etwas Fremdes.

Heute kann und darf ich wieder genießen. Genieße das Leben. Genieße die Musik. Genieße meine Gedanken. Suche zwar weiter die Fehler in mir. Reise zwischen den verschiedenen Welten. Aber so bin ich. Immer auf der Suche nach dem Perfekten. Ich strebe nicht nach meiner Perfektion. Suche eher nach Anderen, die in mir das sehen, was ihr immer tatet.

Das ist wirklich nicht einfach. Hat mich so manch falsche Hände schütteln lassen. Aber das gehört nun mal dazu. Das gehört zum älter werden dazu. Ich werde weiter lernen. So wie ich es damals tat, als ich eure stolzen Augen sah, wie ich da stand und eines meiner Ziele erreicht hatte.

Auch wenn danach einige Ziele aus meinem Blick entwischten, sind wieder neue da. Gern lasse ich mich ab und an fallen. Lasse die Faulheit mein Tun bestimmen. Doch ich werde nicht aufhören weiter an allem zu arbeiten. Habe viel gefunden, bin aber doch weiter auf der Suche nach dem, das euch heute auf mich stolz machen soll.

Ich weiß, ihr seid froh, mit dem was jetzt ist. Natürlich sorgt ihr euch. Noch zu viele Baustellen befinden sich auf meiner Straße. Aber damit habe ich gelernt zu leben. Muss ich auch. Das ist meine Aufgabe für den Rest meines Lebens. Und ich weiß, ihr werdet mir immer dabei helfen, den einen oder anderen Stein mitzutragen, nur damit ich weiter auf einer gefestigten Straße laufen kann.

Nie werde ich die Jahre unter eurem Dach vergessen. Diese schützende Glocke. Lange durfte ich an eurer mir reichenden Hand wachsen. Irgendwann musste ich loslassen. Irgendwann musste ich den einen Weg allein gehen. Doch ich weiß, dass ihr immer einen Blick wagt, um zu sehen wohin euer Sohn geht.

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Junge, was los?

 

Es gibt so Tage, da ist einfach nichts los in der Birne. Nix Neues! Nur altes Zeug!

Warum schied unsere Mannschaft so kläglich aus! War der Trainer schuld? Die Spieler? Falsches System? Falsche Unterkunft? Zu viel Internet? Schlechte Ergebnisse im FIFA zocken? Keine Arabica Bohnen am Morgen? War der Ball zu rund und das Tor zu eckig?

Fragen die in den nächsten Wochen geklärt werden müssen. Vielleicht mal ne Runde Fahrrad fahren! Machen die in Frankreich auch gerade. Aber ist das noch menschlich was diese Herrschaften da anstellen? Wer ist wieder gedopt! Wem schmeckt der Käsekuchen nach fast zwei Wochen noch? Abends eine Massage oder doch lieber eine Runde Rommé?

Alles so Fragen, die auch schon die Jahre davor in mir tobten.

Schauen wir mal in die andere Richtung! Politik! Oh Gott, wie ich es hasse!

Dieselfahrzeuge werden langsam verboten. Und die Anderen Autos! Fahren die mit Gurkenwasser?

Flüchtlingskrise! Na Jungs und Mädels, den Gedanken holt ihr aber jetzt von ganz weit her. Sind doch alle schon da. Also kümmert euch jetzt darum, das jeder ein Bett, Kühlschrank und ne Glotze bekommt. Deutschkurse sind wohl nur in der Überlegung schwer zu organisieren. Gibt genug Menschen, pensionierte Lehrer oder frische Uniabgänger, die helfen würden. Man müsste nur mal was beschließen und nicht nur quatschen. Und genau deshalb ist mein Bild von euch Diätenerhöhern, sagen wir mal, nicht so prickelnd.

Da komme ich nochmal zurück auf unsere Mannschaft. Auch so Rumquatscher. Wir müssen! Wir sollten! Und dann 0:2 gegen Südkorea!

Ist das so ein Sommerloch, wo alle Möchtegern Superdeutschen hineingefallen sind?

Schaut nach England! Da muss die Queen fünfzehn Minuten in der prallen Sonne auf dem amerikanischen Präsidenten warten. Der besitzt auch noch die Frechheit ihr die Vorfahrt zu nehmen und geht einen Meter vor ihr. Sie versuchte alles um irgendwie an einer Seite vorbei zu huschen. Aber dieser blonde Mann machte alle Seiten zu.

Und wir diskutieren über „Die Mannschaft“ oder unsere überernährten Politiker!

Wie ihr lesen könnt, nehme ich das Alles eher humorvoll. Was jucken mich diese Ereignisse. Hätte ich besser schlafen können, wenn wir bis ins Finale gekommen wären und ein Götze eingeflogen, mit Mario Gomez Maske spielend, gegen Argentinien das entscheidende Tor geschossen hätte?

Hatten wir doch schon!

Alles Geschichte!

Genau wie dieser Tag, der nun irgendwie doch langsam zu Ende geht, ohne wirklich an wichtiges gedacht zu haben.

Schnitte mit Käse zum Frühstück. Zwischendurch eine Packung Heidelbeeren. Nach der Arbeit eine Nudelbox vom Chinesen. Pfandflaschen weggebracht und nen Sixer Wasser mitgenommen. Bitte nicht meinem Arzt verraten! Hab mir noch eine Packung Kokos Schokodinger in den Wagen gepackt. Bitte nicht weiter sagen!

Und dann wanderten die Stunden so langsam an mir vorbei. Jede gleich. Gleich langweilig.

Da dachte ich mir! Schreibste einfach mal auf, wie öde dieser Tag und wie wenig los in der Birne war. Ich hoffe das geht jetzt nicht noch länger so. Hab vorhin gerad etwas über eine Sommerdepression gelesen. War nach dem Lesen eines Artikels, über das Sommerhaus auf diesem Privatsender, das erste an diesem Tag, das mich wirklich zum nachdenken brachte.

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Das letzte Hemd

 

Am gestrigen Samstagabend griff ich zum letzten Mal in den Schrank und nahm das Trikot mit meinem Namen heraus. Sprühte zwei Spritzer CK One drauf und zog es an.

Als ich am späten Abend nach Hause kam, zum letzten Mal nach einem Dart Ligaspiel meine Haustür aufschloss, zog ich sofort mein Trikot aus, hängte es an meine Dart Scheibe, machte ein Bild und postete es bei Instagram.

Der 10:8 Sieg, das 2:2 in meinen Einzeln und mein letzter Check, Doppel 4, lag weiter weg, als es wirklich war. Vor einer Stunde hatte ich noch mit meiner Mannschaft um den Sieg gekämpft. Erlebte nochmal alle Höhen und Tiefen dieses Sports. Immer auf der Suche nach dem perfekten Spiel, haderte ich an diesem Abend mit dem leisen Pochen meines Herzens. Nie hatte ich weniger Aufregung gespürt, als an diesem Abend. Obwohl ich wusste, dass dies der letzte Abend im schwarz-rot-gelben Shirt für mich werden würde, geriet das Spiel für mich zur Nebensache. Bilder tauchten vor mir auf. Ich hatte alle Ziele, die sich ein Hobby Dart Spieler am Anfang seiner Karriere so auf die Liste schreibt, erreicht.

180ger! 171ger! Highfinishes! LowDarts! 3-mal Teilnehmer der deutschen Meisterschaft in Geiselwind! 2-mal Teilnehmer der Europameisterschaft in Caorle!

Vor dem letzten Wurf lag da eine große Dankbarkeit auf meiner Seele. Was hatte ich alles erleben dürfen! Welche tolle Erfahrungen und Erlebnisse hatte ich diesem Sport zu verdanken! Ich hatte so viele tolle Menschen kennen gelernt! Aber auch gesundes Konkurrenzdenken erlebt!

Meine letzte Gegnerin wusste natürlich nicht, dass dies mein letztes Einzel werden würde. Aber auch sie wirkte nervös. Es ging immerhin noch um den Sieg. Das gesamte Spiel total ausgeglichen. Erst mit dem letzten Spiel siegten wir 10:8. Für mich stand da zum Schluss die Doppel 4. Gerade die! Schon immer meine Lieblingszahl. Sogar als Fußballer in der Jugend lief ich immer mit der 4 auf das Spielfeld. Meinen ersten 12 Darter hatte ich vor Jahren mit der Doppel 4 eingetütet. Im Modus 501 Master Out auch der Einzige.

„Es wäre doch ein würdiges Ende!“, sagte ich mir.

Und er passte. Gerade so ins untere Drittel des Feldes landete dieser letzte Wurf. Da huschte schon eine Träne über meine Seele. Es ist aus! Es ist vorbei! Das letzte Hemd! Das letzte Spiel! Der letzte Sieg!

In den fast drei Jahrzehnten, in denen ich so manchen Sport nachging, war das Dart Spiel wohl der facettenreichste Sport. Du erlebst Abende mit einem absoluten High. Bist regelrecht berauscht vom Spiel. Dann gab es auch diese Spiele, in denen ich in wenigen Minuten jedes mögliche Gefühl eines Sportlers durchlebte. Freude! Frust! Hoffnung! Respekt! Der Glaube! Kampfeswille! Enttäuschung!

Im Dart dauert kein Leg 90 Minuten. Da sind nur ein paar Minuten die dich am Ende entweder zum Sieger oder Verlierer krönen. Das sind so Momente, die ich in keinem Sport vorher so erlebte.

In all den Jahren erlebte ich so viele sportliche Siege und Niederlagen. Lernte neue Freunde kennen. Musste aber auch menschliche Enttäuschungen hinnehmen.

Ein Grund, für den Entschluss aufzuhören, ist wohl, dass ich mein Privatleben weniger nach einem Schema, weniger nach Regeln, leben möchte. Und das gibt mir das Schreiben. Ich möchte nicht mehr gezwungen auf ein Doppelfeld hinarbeiten. Lieber schreibe ich ein „Ende“ unter eine Geschichte. Denn dann war ich frei und lebte für diese Zeit des Textens nach meinen Regeln.

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Dieser Teufelskreis in dir

 

Da ist es wieder. Ein Problem. Etwas das dir auf den Schlips tritt. Warte! War das letzte Woche nicht genauso? Und Gestern? Da stehen wir beide nun wieder. Du redest. Ich höre zu. Ja, das kann ich. Aber mehr auch nicht. Ich bin kein Therapeut. Kann nur verstehen. Und auch nur den Rat eines Hobby Psychologen weitergeben. Da fehlt mir ein Wissen, wofür andere Jahre brauchten, um in das Innere einer Seele zu blicken, zu horchen, um genau zu wissen, welch Worte dich aus deinem Stillstand wieder antreiben und weiter gehen lassen.

Du musst anfangen zu lernen. Lernen zu verstehen. Verstehen, dass sich die Welt immer weiter dreht. Das alle Anderen auch am Morgen aufstehen. Den Tag beginnen. Nicht immer mit einem glücklichen Gedanken. Und es trotzdem schaffen anderen Menschen zu helfen und einigen sogar ein Lächeln schenken, obwohl sich im inneren eine Tragödie abspielt.

Depression ist so ein bisschen wie ein wildes Pferd, das man bändigen kann. Es wird immer wild bleiben, ohne wirkliche Rücksicht, auf dein Denken und Fühlen, zu nehmen. Aber es kann verstanden werden. Du kannst lernen zu verstehen, warum deine Gedanken wild aber gleichzeitig auch so ermüdend sind.

Du wirst Gedanken haben die dich ständig begleiten. Die du jeden Tag erleben musst. Und weist du warum? Weil du ständig nach einer Antwort suchst, sie jedoch nicht findest. Du denkst heute, das ist sie! Und morgen, du zappst gerade so durch das dich langweilende Programm, schießt diese eine Frage wieder durch deine Synapsen. Frage nicht „Warum du lebst?“, sondern „Wie kann ich leben?“.

Ich möchte kein Lehrer oder Besserwieser sein. Dafür wandere ich selbst zu oft zwischen einfarbig und bunt. Aber ich habe gelebt. Genau wie du. Und kann dir sagen, wie Schmerz sich anfühlt. Wie man hoffnungslos versucht nach vorne zu schauen. Und ja, man sieht nichts. Da ist nichts. Nur das morgen. Ein neuer Tag an dem es mir genauso geht wie gestern. Die Tage danach, die Wochen, die Monate werden nicht anders sein. Werden nicht besser werden. Diese Ehrlichkeit muss ich dir so beichten.

Es hilft nicht, jeden Tag, anderen „Ungeübten“ dein Seelenleben zu offenbaren. Denn das was du erzählst ist nicht wirklich das was dich so denken lässt. Das sitzt viel tiefer in dir. Dazu braucht es das Wissen von Menschen, die dir gegenüber keine jahrelang gewachsenen Gefühle haben. Es braucht Menschen mit Abstand. Die nüchtern analysieren können. Denen nicht die Tränen kommen, wenn du mal wieder dein Ende herbei wünschst.

Ich habe viele Menschen kennengelernt, die genauso denken wie du. Viele sahen den Grund bei sich. Konnten und wollten sich nicht akzeptieren. Aber was willst du dann machen? Mit einer Maske durch die Welt laufen! Nie den echten Menschen zeigen! Eine Rolle spielen! Und genau das wirst du nicht können. Dafür sorgen schon deine Gedanken. Sie bestimmen dein Fühlen. Werden dich morgen wieder nicht aus deiner Wohnung gehen lassen. Werden versuchen und es auch schaffen, dass du dir weiter dein seelisches Grab schaufelst. Und bald ist dieses so tief, dass es nur wenige Menschen, mit viel Kraft, schaffen werden dich aus diesem zu befreien.

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Gegen Rassismus

 

In den Siebziger blieben unsere Väter und deren Väter bis nachts wach um Muhammad Ali boxen zu sehen. Welch ein Spektakel war „Rumble in the Jungle“ und der „Thriller in Manila“! Noch Jahrzehnte später reden unsere Alten von diesen Kämpfen.

Meine Jugend prägten auch viele Farbige! Noch spät abends schaute ich die Finals der NBA mit den Chicago Bulls um Michael Jordan, Scottie Pippen und Dennis Rodman. Mein halbes Zimmer war gepflastert mit Postern ihrer Genialität. Früher trugen alle ihre Trikots. Noch heute besitze ich Sammelkarten, brav eingehüllt, und schaue sie mir mit Stolz gerne an.

Schauten wir die Olympischen Spiele, warteten wir doch nur auf den Tag des hundert Meter Laufes. Carl Lewis, Linford Christie und in den letzten Jahren Usain Bolt.

Wir erfreuen uns an dem Talent dunkelhäutiger Sportler und Künstler und stellen uns am nächsten Tag unter die Dummen der Firma und lassen uns über diese aus!

Da erkennt man doch die Mitläufer! Die Dummen! Die Rassisten!

Was läuft da in ihren Köpfen falsch?

Am Abend oder in der Nacht, noch mit dicker Wanne und Bier in der Hand auf der Couch, mit großen Augen einen 9,58 Sekundenlauf über 100 Meter feiern und diesen „Künstler“ am nächsten Tag schlecht reden.

Sie nehmen uns nichts weg! Eher beschenken sie uns mit Momenten die in die Geschichte eingehen und uns später freudestrahlend unseren Enkelkindern erzählen lassen.

Ich erinnere mich gerne an die Geschichten meines Opas oder Vaters von magischen Sportmomenten. Ob Pele als Fußballer. Edwin Moses als Leichtathlet. Oder Musiker wie Jimi Hendrix oder Otis Redding.

Alle sie waren farbig. Von vielen als Neger beschimpft. Verachtet wegen einer Hautfarbe. Ein Merkmal, das nichts über einen Menschen aussagt. Doch in dummen Köpfen zu Aufschrei führt. Schaut euch um! Die Größten waren oder sind farbig. An diese menschlichen Grenzen kamen wenige Weiße. Vielleicht noch Eddy Merckx, ein Lance Armstrong, Michael Schumacher, ein Michael Phelps oder auch ein Roger Federer.

In Amerika und dem Rest der Welt jubelten sie mit Obama!

Trotzdem müssen Farbige immer für ihr Recht kämpfen!

Wofür?

Es sind doch Menschen mit denselben Gefühlen und Meinungen wie wir Weißen!

Die schlimmsten in der Geschichte waren doch Weiße! Hitler, Stalin und diese anderen Freaks. Der mächtigste Mann ist weiß und wieder ein Rassist! Der will sogar eine Mauer um ein Land bauen. Erinnert doch ein bisschen an diese Lager um 1945.

Im dunklen jubeln, aber es dann totschweigen. Das ist so richtig weiß!

Heutzutage sind wir sogar soweit, dass der Glaube über ein Menschenleben bestimmt. Na gut, das gab es vor Jahrzehnten und Jahrhunderten auch schon.

Aber sind wir nicht schlauer geworden?

Es ist immer der Kopf der eine Hand an die Wange eines anderen führt. Und das was im Kopf ist kann man ändern. Man kann sich immer fragen, ob das was ich gerade denke und dann tue richtig ist. Gott oder Allah sind nicht real. Jedoch die Menschen die aus ihren Überzeugungen handeln schon. Real ist immer das was ich tue. Denken ist oft nur Fantasie.

Für mich zählt das was in einem Menschen steckt als seine Persönlichkeit!

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Der eingestaubte Sportplatz

 

Als ich an diesem Nachmittag den eingezäunten Sportplatz betrat, stellte ich mir eine Frage! Wo sind die Kinder? Die Schule war aus. Es waren angenehme 25 Grad. Die Sonnenstrahlen prasselten auf den Tartan Belag. Ich sah den Staub auf der Fläche, der schon Millimeter dick war.

Doch wo waren die Kinder. Kinder die wie ich in ihrem Alter jeden Nachmittag auf dem Bolzplatz der Lederkugel hinterher liefen. Ich sah den Luxus den diese Stadt für sie dort zwischen die Häuser gebaut hatte. Ein toller Belag. Linien. Netze in den Toren. Umzäunt um nicht jedem vorbeigehenden Schuss hinterher laufen zu müssen. Dazu noch zwei Basketballkörbe.

Ich kann mich noch an meinen Bolzplatz erinnern. In mitten drei Zehngeschosser. Schotter mit spitzen Steinen. So drei Stangen, rot-weiß angemalt, die das Tor kennzeichnen sollten. Das Gitter darum mit so großen Löchern, das der Ball da gut durch passte. Wir mussten laufen oder bekamen Ärger weil wir die Autos, die drum herum parkten, trafen. Aber wir kannten nichts anderes. Zum großen Stadion des Friedens brauchte es eine längere Radtour. Mir egal. Doch einige meiner Freunde besaßen nicht einmal ein Fahrrad. Und so wühlten wir uns durch den tiefen Schotter in unserer Arena. Zuschauer gab es genug. Die Bewohner der „Zehner“ hatten ihre ganz persönlichen VIP-Plätze.

Heute steht da in Wolmirstedt, wie hier in Wilhelmstadt, ein nagelneuer Bolzplatz. Für uns nun alten Säcke etwas zu spät. Ich könnte schwören, dass sich in meinen Knien noch immer ein, zwei Steinchen von einem harten Zweikampf befinden. Aber es war eine tolle Zeit. So begann ich das Erlernen der Fußball Kunst.

Ich legte meinen Rucksack hinter dem Basketballkorb und begann ein paar Körbe zu werfen. Gar nicht so leicht, wenn ich bedenke, so einen Ball zuletzt vor zehn Jahren in der Hand gehabt zu haben. Aber als ehemaliger Sport Freak verlernt man das nicht. Damals in der Schule spielte ich alles. Basketball, Volleyball AG, war im Handballschulteam und spielte noch im Verein Fußball. Drei mal die Woche Training und an den Wochenenden Punktspiele. Es dauerte nicht lange und die ersten Würfe fanden ihr Ziel. Auch den Dunking versuchte ich ein paar Mal. Aber es blieb beim Versuch. Das ging vor achtzehn Jahren alles irgendwie einfacher und geschmeidiger. War dann doch gut, dass ich erstmal allein auf dem Platz war. Sah nun nicht nach den grazilen Bewegungen eines Basketballers aus.

So nach einer Stunde bekam ich Gesellschaft. Ein Papa mit seinem Sohn. Ich glaube sie waren nicht wirklich wegen Ballsport gekommen, sondern eher damit der Junge das Fahrrad fahren erlernt und sich beim Hinfallen nicht so dolle weh tun sollte. So ein Gummi Belag hat schon seine Vorteile.

Als ich dann meine letzten Würfe machen wollte, kam eine Gruppe Kinder mit Bällen in ihren Händen, in den Käfig. Alle in Trikots von Ronaldo und Messi. Sah für mich wie die U12 von Wilhelmstadt aus. Ich schaute noch ein paar Minuten zu und erinnerte mich dabei wieder an meine fußballverrückte Zeit. Als dann einer ihrer Bälle auf mich zurollte, flankte ich diesen gekonnt auf Ronaldo, der diesen mit einer Direktabnahme unter die Latte hämmerte.

„Jungs weiter so! Lasst den Platz nicht wieder einstauben!“, war mein letzter Gedanke, bevor ich ging und ihnen ihre Arena überließ.

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Ich träume für dich weiter

 

Immer träumtest du von einem besseren Leben. Aber es wurde nur schlimmer. Es schien dir aus deinen Händen zu gleiten. Der Frust wuchs von Jahr zu Jahr. Nichts wollte gelingen. Nichts wollte sich greifen lassen. Es war frustrierend dir zuzusehen. Ich hätte dir gern geholfen. Doch deine Gedanken waren so weit weg. Es war unmöglich dich zu erreichen. Ich hätte es früher versuchen sollen. Hätte dich aus dem Sumpf ziehen müssen. Doch als ich es versuchen wollte, sah ich dir nach und du warst aus meiner Reichweite. Schreie verschallten im Dickicht des Waldes.

Nie konnte ich deine letzten Worte vergessen. Du redetest von Aufgabe. Beenden wolltest du alles. Und das Alles war nicht viel. Nur dein Leben. Und das war dir nicht viel wert. Dabei warst du auf dem richtigen Weg. Erzähltest mir in deinem jugendlichen Leichtsinn von Zielen. Reisen um den ganzen Globus. Später eine Familie und ein Haus mit Garten.

Ich folgte meinen Zielen. Träumte weiter. Gab nicht auf. Wollte erfahren was machbar scheint. Auch ich duldete so manche Grenzen. Wusste auch nicht immer ob richtig oder falsch. Aber falsch wäre aufzugeben. Und so ordnete ich mein Leben. Ließ gehen was gehen wollte. Ich konnte nicht alles festhalten. Auch ich habe nur zwei Hände. Aber dich hätte ich festhalten wollen. Sogar müssen. Doch diese Chance verpasste ich.

Ich sah doch, dass es dir nicht gut geht. Erahnte was hinter deinem Lächeln lauerte. Und bitte verzeih mir. Denn ich ließ es weiter lauern. Und verpasste den Ausbruch und dein fallen in Tiefen denen ich nicht nachtauchen konnte.

Diese Einsicht schmerzt nun tief in mir. Seit Jahren. Du warst mein Vorbild in Sachen Kampfeswille. Zogst mich in deine Träume. Träume die herrlicher nicht sein konnten. Nie hätte ich diese Ziele erreichen können. Du schon!

Und nun!

Nun fahre ich mit meinem Kutter über die ruhige See. Lande mal da und dort. Verkaufe meinen Fang. Lasse mich im Glanz der Sonne von Kontinent zu Kontinent schiffen. Gerne hätte ich dich an meiner Seite. Es ist nicht der große Luxus. Nicht das was du anstrebtest, als du noch nach deinen Zielen giertest. Aber es reicht um standfest im Leben zu stehen.

Ich weiß nicht, ob du noch lebst. Ob du den Weg durch den Sumpf gemeistert hast. Irgendwo einen Ort gefunden hast, der dir die Hoffnung zurück gab. Das wäre schön. Aber nach all den Jahren fühle ich deine Träume nicht mehr. Als hättest du aufgehört zu träumen. Als wärest du nicht mehr unter den Lebenden. Kein Träumer unter dem nächtlichen Sternenhimmel mehr.

Als du gingest. Da im Nebel des Sumpfes verschwandest, gab ich mir ein Versprechen. Ich würde deine Träume suchen und würde sie für dich weiter träumen. Und wenn es dich dann doch noch gibt, dann würden dich diese erreichen und dir so lange in den Nächten erscheinen, dass du nicht anders kannst und zurück zu mir kommst.

Auch wenn ich über die Weltmeere schiffe, gibt es einen Ort, und du weist welchen, an dem du mich finden wirst. Ich warte. Schon sehr lange. Und ich werde weiter warten.

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